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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. Dezember 2017 | 07:36 Uhr

Müllerkamp in Wedel : Aufstockung statt Abriss

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Rat entscheidet heute über B-Plan-Änderung. Künftig vier statt drei Vollgeschosse. Mieter monieren Beteiligungsverfahren.

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Wedel | Acht Ja-Stimmen von CDU, WSI und FDP, zweimal Nein von Linke und SPD, dreimal Enthaltung von Grünen und einem SPD-Vertreter: Mit dieser Empfehlung geht die B-Planänderung „Müllerkamp“ heute in den Rat. Ein Ja, das den Weg zur geplanten Verdichtung in dem Quartier mit seinen fünf Mehrfamilienhäusern frei macht, ist heute im Rat mithin nur noch Formsache. Vom möglichen Abriss, den Mieter ob der B-Plan-Begründung befürchteten, war keine Rede mehr bei der nochmaligen Vorstellung durch den Architekten Sebastian Stegemann (WRS). Lediglich von Aufstockung in der Anlage mit aktuell 96 Wohnungen. Dennoch bleiben Fragezeichen und Unzufriedenheit auf Mieterseite.

„Abwarten und Tee trinken“, sagt Renate Ott-Filenius auf die Frage nach ihren Reaktionen auf die Entwicklungen. Wie berichtet hatten sie und ihr Mann sowie Wolfgang-Andreas Schultz als langjährige Mieter Alarm geschlagen, nachdem sie aus dem Tageblatt von Aufstockungsplänen erfahren hatte. Und sie hatten die Einwendungsfrist genutzt mit dem Ziel, die B-Plan-Änderung zu verhindern. Neun Stellungnahmen gleichen Inhalts mit 56 Mitunterzeichnern erhielt die Verwaltung aus diesen Reihen. Drei Seiten, 14 Abschnitte umfasst die Darlegung der Gründe, die bei den Einwendern zu Bedenken führen. Hinter fast allen steht am Ende „Die Stellungnahme wird zur Kenntnis genommen“. Höchst unbefriedigend, sagt Ott-Filenius. Man fühle sich nicht ernst genommen. Der B-Plan sei letztlich im Prinzip so durchgewinkt worden, wie er ursprünglich eingereicht wurde.

Eine Änderung hat es indes tatsächlich gegeben: Der Satz in der Erörterung, wonach die Zeilen an der Rudolf-Breitscheid-Straße angebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden, wurde gestrichen. Ein wesentlicher Kritikpunkt der Einwender. Auf Tageblatt-Anfrage hatte Eigentümer Wolfgang Spitze erklärt: Eine Abriss sei nicht geplant. Eine Aussage, die er in einem Aushang auch nochmals vor seinen Mietern machte und die sein Architekt im Planungsausschuss nochmals bestätigte. Allerdings stellte Stegemann auch klar: Für einen Abriss sei kein neuer B-Plan nötig. Das Recht abzureißen und zu gleichen Konditionen neu zu bauen wohne einem B-Plan per se inne. Dennoch wollte die Politik den Passus rausschmeißen.

Während das nördliche Gebäude in der Höhe auf 13,5 Meter begrenzt wird, gelten für die übrigen vier Häuser künftig maximal 16,5 Meter Höhe. Bedeutet eine baurechtliche Heraufstufung von drei auf vier Vollgeschosse, wobei im Norden ein zusätzliches Staffelgeschoss ausgeschlossen ist. Die Zahl der neuen Wohnungen bezifferte Stegemann nicht. Auf Nachfrage erklärte er, dass bei der Aufstockung keine rechtliche Verpflichtung für den Bau eines Aufzugs bestehe und ein solcher nicht geplant sei. Wie berichtet hatte Spitze im Tageblatt-Gespräch erklärt, dass er aufstocken wolle, um die geplante energetische Sanierung zu finanzieren. Auch dies hat der Eigner zwischenzeitlich seinen Mietern erklärt. Der Rat tagt heute ab 19 Uhr im Ratssaal.

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