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Wedel-Schulauer Tageblatt

29. Juni 2017 | 12:59 Uhr

Aufstieg und Fall einer Legende

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Falco – Das Musical Stefanie Kock und Alexander Kerbst bringen das spannende Leben des Ausnahmesängers auf die Bühne

Ihr erster Roman „Single sucht Cover“ handelt noch von einer, die sehnsüchtig zu den Stars aufblickt und versucht, mithilfe einer Castingshow zu den ganz Großen der Musikbranche aufzuschließen. Ihr zweites Werk, das die gebürtige Wedelerin Stefanie Kock jetzt vorlegt, zeigt solch einen Megastar – und den teuren Tribut, den ein Leben im Rampenlicht knallhart einfordert. Gemeinsam mit ihrem Kollegen und Lebenspartner Alexander Kerbst hat Kock das Musical „Falco“ geschrieben. Diesen Sonntag, 4. Juni, treten sie damit im Hamburger Mehr! Theater auf.

„Alexander singt schon seit langer Zeit den Falco“, erzählt die Schauspielerin und Sängerin, die am renommierten Wiener Max Reinhard Seminar und an der Stella-Academy in Hamburg ihre Ausbildung absolvierte. Beide machten bereits beim ersten Musical um den österreichischen Ausnahmemusiker „Falco meets Amadeus“ mit. Da lag das Interesse am zerrissenen Charakter des Sängers auf der Hand. „Frag uns doch mal“, sagten sie deswegen auch keck, als Produzent Oliver Forster für eine Eigenproduktion seines Cofu Konzertbüros das passende Buch suchte. Falco wäre in diesem Jahr 60 Jahre alt geworden. Da war eine künstlerische Aufarbeitung fällig.

Ein biografisches Musical sollte es werden, forderte Forster. Kerbst und Kock erzählen von den Höhen und Tiefen, die Falco erlebte und erlitt. Und machen trotzdem ihr eigenes Ding. „Es gab viele Vorgaben, und wir wurden kritisch beäugt“, berichtet Kock. „Aber natürlich konnten wir uns trotzdem austoben.“ Frauen aus der realen Biografie Falcos wollten sie nicht auftreten lassen. „Das ist immer gefährlich“, meint Kock, und außerdem lebe die Exfrau des Sängers noch. Also ersannen sie zwei allegorische Figuren: Jeanny, die junge Unschuldige, und Ana Conda, die Exzessive, Selbstzerstörerische, die den Sänger in den Drogensumpf zieht. Die spielt Kock selbst. „Das Gegenteil von dem, was ich in Wirklichkeit bin“, sagt sie nicht ohne Koketterie – und lacht schallend. Nein, das bringe sehr viel Spaß, da könne sie „ordentlich die Sau rauslassen“.

Beide Frauen kämpfen um Falco, beide symbolisieren aber auch die zwei Seiten seines zerrissenen Charakters. Als Johann Hölzel wurde der Musiker geboren. Ein schüchterner Junge, so Kock. Falco, cool, lässig, mit zurückgegeltem Haar, ist eine Kunstfigur, die Hölzel erfand, um seine Träume verwirklichen zu können.

Erzählt wird das Ganze vom Manager. Der natürlich auch nur eine Anlehnung an den wirklichen Manager des Sängers ist. Er hat die Fäden in der Hand, steigt aber auch immer wieder selbst in die Geschichte ein. Die musikalischen Nummern singt allesamt Kerbst, der die Hauptrolle spielt. 20 Songs, praktisch alle großen Falco-Hits sind eingearbeitet. Eine Band mit jungen Musikern aus Wien spielt live. Für die musikalische Leitung konnte Thomas Rabitsch verpflichtet werden, einst Bandleader des echten Falco.

Wer jetzt noch Entscheidungshilfe benötigt, kann bei Youtube nach Anschauungsmaterial gründeln. Kerbst ist nicht nur Weihnachten mit einem Madley bei Helene Fischer aufgetreten, sondern auch vor kurzem im Fernsehgarten. Sonntag werden zwei Vorstellungen gespielt, eine um 15 und eine um 20 Uhr.

 

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erstellt am 03.Jun.2017 | 16:00 Uhr

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