Auf Platt besser in Gesellschaft

Sie organisieren den gemeinsamen Pfingsmontagsgottesdienst: Pastor Helmut Nagel (von links), Haseldorf und Hetlingen , Kantor Mitsuhiro Ikenoya, Johann-Otto Plump von der Haseldorfer Liedertafel, Anne Schmidt vom Kirchengemeinderat Moorrege, Pastor Bernd Andresen, Kummerfeld, Pastorin Kirsten Ruwoldt, Klosterkirche Uetersen, und Pastor Stefan Weißflog, Moorrege-Heist.
Sie organisieren den gemeinsamen Pfingsmontagsgottesdienst: Pastor Helmut Nagel (von links), Haseldorf und Hetlingen , Kantor Mitsuhiro Ikenoya, Johann-Otto Plump von der Haseldorfer Liedertafel, Anne Schmidt vom Kirchengemeinderat Moorrege, Pastor Bernd Andresen, Kummerfeld, Pastorin Kirsten Ruwoldt, Klosterkirche Uetersen, und Pastor Stefan Weißflog, Moorrege-Heist.

Pfingstmontag ist die St.-Michael-Kirche in Moorrege Treffpunkt für Gläubige aus der gesamten Region

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04. Juni 2019, 16:00 Uhr

Moorrege | Ein plattdeutscher Gottesdienst? „Das ist etwas Geselliges und funktioniert nur, wenn alle mitmachen. Einfach von der Kanzel runter geht da gar nichts.“ So die Gewissheit aller vier Pastoren, die am Pfingstmontag, 10. Juni, um 10 Uhr in der Moorreger St.-Michael-Kirche an der Kirchenstraße auf Plattdeutsch predigen wollen. Helmut Nagel aus Haseldorf und Hetlingen ist dabei, ebenso Kirsten Ruwoldt von der Klosterkirche Uetersen, Bernd Andresen aus Kummerfeld und Stefan Weißflog von der gastgebenden Gemeinde Moorrege-Heist. Mit einer proppenvollen Kirche rechnen sie, mit über 200 Teilnehmern, die sie zu aktivem Mitmachen anfeuern wollen.

Der plattdeutsche Gemeinschaftsgottesdienst der vier evangelischen Gemeinden hat eine lange Tradition und wandert im Laufe der Jahre von einer Kirche zur anderen. Diesmal macht er in Moorrege Station. In den übrigen Kirchen der beteiligten Gemeinden findet am Pfingstmontag deshalb kein Gottesdienst statt. Eine derartige Gemeinschaftsaktion sei eher ungewöhnlich, fügen die Geistlichen hinzu und nennen sich prompt und mit einigem Stolz „das erste und einzige plattdeutsche Konvent der Nordkirche“.


Spickzettel für Hochdeutsche

Damit auch Gottesdienstbesucher mit geringen Plattdeutschkenntnissen richtig mitmachen können, gibt es Hilfestellungen. Jeder bekommt das plattdeutsche Gesangbuch „Op goden Kurs“ in die Hand gedrückt. Zusätzlich gibt es einen Spickzettel: Ob Psalm, Glaubensbekenntnis oder Vaterunser, alles ist zum Ablesen sorgfältig übersetzt.

Beim plattdeutschen Singen hilft außerdem die Haseldorfer Liedertafel nach, kündigte deren Vorsitzender Johann-Otto Plump an. „Mien Moderspraak“ heißt gleich das Richtung weisende erste Lied, das der Männerchor vortragen wird. Die Liedertafel ist eng mit den Kirchengemeinden verbunden, denn der Moorreger Kirchenkantor Mitsuhiro Ikenoya ist seit vielen Jahren ihr Chorleiter.

Auf eines der Lieder wollen sich die Geistlichen in ihren Predigten beziehen. Jeder Pastor nimmt sich eine Strophe vor und baut darauf seine Ansprache auf. „Wir sprechen uns vorher nicht ab. Keiner weiß, worüber die Kollegen schnacken“, versichern die Pastoren. Aber die Erfahrung aus vergangenen Pfingstmontagen mache sie zuversichtlich, dass es keine langweiligen Wiederholungen geben wird.

Eine Stunde ist für den Gottesdienst angesetzt. Aber nach dem abschließenden Segen muss keiner nach Hause gehen, denn es gibt Kaffee und Kuchen. Dafür sorgen Anne Schmidt vom Moorreger Kirchengemeinderat und ihre Mitstreiterinnen.

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