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Wedel-Schulauer Tageblatt

21. August 2017 | 01:38 Uhr

Kulturverein Holm : Auf dem Weg nach ganz oben

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Pianist Martin Seeck gastiert im Holmer Dörpshus gemeinsam mit seinem Sohn Felix an der Bratsche.

Holm | Ende Januar dieses Jahres hatte der Hamburger Pianist Martin Seeck den neuen Flügel im Holmer Dörpshus mit wunderbaren Mozart-Sonaten und vielen locker dargebotenen Erklärungen zu den einzelnen Stücken würdig eingeweiht. Die Resonanz auf dieses Konzert war so groß, dass der Vorsitzende des Holmer Kulturvereins, Wilfried Welsch, den Pianisten und Dirigenten abermals einlud. Am Sonntagabend war Seeck nun wieder zu Gast im Dörpshus – allerdings nicht allein. Zur großen Freude der mehr als 40 Gäste hatte er seinen Sohn, den Bratschisten Felix Seeck, mitgebracht. Der begabte Nachwuchskünstler studiert zurzeit noch an der „Hochschule für Musik Franz Liszt“ in Weimar, nahm aber gern die Chance wahr, sein erstes großes gemeinsames Konzert mit seinem Vater zu gestalten.

Die Bratsche im Vordergrund

Die beiden Musiker hatten sich für ein anspruchsvolles Programm entschieden, bei dem die Bratsche im Vordergrund stand. Zu unrecht führt das melodische Instrument oft ein Schattendasein im großen Orchester, wird aber seit dem 20. Jahrhundert vermehrt als Soloinstrument eingesetzt, wie etwa bei den prominenten Solisten Tabea Zimmermann oder Antoine Tamestit. Da die Töne einer Bratsche einer sehr schönen Bariton-Stimme ähneln wird sie oft als „Gesangstimme“ eingesetzt. So auch bei der „Winterreise“ von Franz Schubert (1797-1828), die von Martin und Felix Seeck mit sieben Liedern aus dem Zyklus virtuos interpretiert wurde und bewegend die suizidale Stimmung kurz vor dem Tod des Komponisten wiedergab.

Sowohl der Pianist als auch sein Sohn Felix an der Bratsche haben ein großes Talent, die Musik zu begreifen, bis ins Tiefste zu erfassen und sie den Zuhörern in eindrucksvoller Weise zu vermitteln. Sehr berührend war es, im Gesicht des jungen Mannes den Schmerz oder auch die Freude deutlich zu erkennen und zu sehen, wie er jeden einzelnen Ton mit äußerster Sorgfalt auf seiner Bratsche setzte.

Aufgelockert wurde das Konzert durch kurze Erklärungen von Martin Seeck, auch zu den Zwölf Deutschen Tänzen von Schubert und der Sonate f-moll von Johannes Brahms. Es ist ihm ein Anliegen, Musik für jeden Musik-Liebhaber zu vermitteln, ohne dabei akademisch steif zu werden. Das gelang dem Pianisten mühelos. Das Publikum quittierte am Ende des Konzerts die Leistung von Vater und Sohn mit nicht endenwollendem Applaus und Bravorufen.

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erstellt am 13.Dez.2016 | 16:00 Uhr

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