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Wedel-Schulauer Tageblatt

21. Oktober 2017 | 07:30 Uhr

ASS begrüßt ihre neue Rektorin

vom

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2013 | 01:14 Uhr

Wedel | Manchmal genügt Liebe auf den ersten Blick nicht und es braucht eine zweite Gelegenheit. "Das wäre deine Schule", schilderte Mechtild Akgün (53) bei ihrer Amtseinführung den ersten Gedanken, den im Oktober 2012 die Stellenausschreibung für den Rektorposten der Wedeler Albert-Schweitzer-Schule (ASS) in ihr auslöste. Ihr Profil und das der Ganztagsgrundschule, die in den vergangenen Jahren vom Problemfall zum Vorzeigemodell wurde - das passe genau zusammen, dachte sich Akgün. Doch als neue Konrektorin einer Grundschule in Heiligenhafen hatte sie sich darauf eingestellt, länger zu bleiben. Die Liebe auf den ersten Blick war niedergerungen. Doch zwei Monate später lag die Ausschreibung wieder vor ihr auf dem Schreibtisch und Akgün konnte nicht anders: "Diese Schule kommt nicht wieder", dachte sie.

"Herzlich Willkommen. Schön, dass sie da sind. Wir wünschen ihnen ganz wenig Stress", sang das Lehrerkollegium Akgün bei ihrer Amtseinführung am Freitagnachmittag zur Begrüßung und deutete an, welchen anstrengenden Umbruch Rektorin Sibylle Leuner und Konrektorin Ute Vellguth vor ihrer Pension in den vergangenen Jahren hinter sich hatten.

"Wir freuen uns alle und hoffen, das weiterzuführen, was wir bisher erarbeitet haben", sagte Kerstin Schwabe, die sich mit Ute Plagge künftig die Konrektorstelle teilt. Keine Revolutionen, sondern einfühlsame Führung - das war die Botschaft von Lehrern, Schulrat Dirk Janssen, Elternvertreter Hans-Günter Werner und Wedels Bürgermeister Niels Schmidt.

Janssen riet Akgün, sich Zeit zu lassen, um zu verstehen, wie die Schule "tickt". Als er hervorhob, dass für die "anspruchsvolle, lebendige und innovative Schule" stabilisieren und festigen mit Feinschliff geboten sei, war aus dem Lehrerkollegium ausdrucksstarkes "Ja. Ja." zu hören. Applaus gab es aber auch, als der Schulrat Akgüns Führungsrolle unterstrich: Maßgeblich für ihre Entscheidungen sei, was "im Moment sinnvoll ist". Als Janssen auf die Notwendigkeit von Auszeiten hinwies, befürwortete das durch wildes Kopfnicken vor allem Akgüns Ehemann Hakan. "Ich sehe, wir verstehen uns", sagte Janssen.

Dass die neue Rektorin mit ihrem Mann und der jüngsten Tochter Ayla (16) nach Wedel und nicht ins Umland zieht, freut Bürgermeister Schmidt: "Es ist etwas Besonderes, an dem Ort zu wohnen, an dem man auch arbeitet."

Für Akgün eine ganz bewusste Entscheidung: Sie wolle auf der Straße den Menschen begegnen, mit denen sie zu tun habe. Was an der ASS so gut zu ihr selbst passe: die "Potenziale des großen Kollegiums", das vielseitige Ganztagsschulkonzept und die "bunte Vielfalt der kulturellen Hintergründe". Hilfreich dabei: Die gebürtige Nordrhein-Westfälin spricht türkisch. "Ich bin sicher, dass ihre Wahl zur Schulleiterin ein Gewinn für Kreis, Stadt und Schule ist", sagte Schulrat Janssen.

Der warmherzige Empfang, der Agkün offenbar nicht nur bei der Amtseinführung bereitet wurde, ließ sich an ihrer Stimmung ablesen: nach drei Wochen Einarbeitungszeit sah sie müde aus, strahlte aber wie das sprichwörtliche Honigkuchenpferd. "Es berührt mich sehr - so viel Offenheit. Ich habe meine Traumschule gefunden", sagte Akgün. Den Vorsatz, nicht die Revolutionärin zu geben, sondern sich auf vorhandene Potenziale zu stützen, unterstrich sie mit einer Geste: den üppigen Blumenstrauß zu ihrer Amtseinführung reichte sie an die neue Ganztagskoordinatorin Anke Horn weiter, der sonst keine Aufmerksamkeit zu teil geworden wäre.

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