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Zwei Blickwinkel auf die Realität : „ars secumaris“ in Holm

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Künstlerinnen Ruth E.E. Cordes und Aldona Buchwald-Pospiech stellen ihre Werke im Rahmen von „ars secumaris“ aus.

Holm | Unternehmer Jan-Ulrich Bernhardt hat eine neue Braut, deren Pracht er gerne jedem zugänglich macht. „Sinnbilder 2 Ansichten“ mit 52 Bildern von Ruth E.E. Cordes und Dr. Aldona Buchwald-Pospiech ist die neueste Ausstellung in den Räumen von „Bernhardt Apparatebau“. Zum 18. Mal wurden die weißen Wände im Rahmen der Kulturreihe „ars secumaris“ behängt. „Jedes halbe Jahr haben wir die Chance uns neu zu verlieben. Dann ist es immer so, wie wenn eine Braut entschwindet“, sagte der zu Scherzen aufgelegte Bernhardt auf der Vernissage zu Entzücken und Halbwertszeit einer jeder Bildersammmlung und erntete damit ein ironisch-heiteres „Ohhh“ der Besucher.

Acht Jahre hat Cordes warten müssen, bevor die Ausstellung im Holmer Unternehmen möglich war. Die Warteliste ist lang. „Sie sehen, wie begehrt die Galerie ist“, sagte Bernhardt. Für Cordes hat sich die Geduld gelohnt. „Traumhaft, dass so viele gekommen sind“, sagte die Grafikerin, die einige Jahre in Wedel und Tornesch gewohnt hat. Vor sechs Jahren haben sie und Dr. Buchwald-Pospiech sich im Atelier einer befreundeten Künstlerin kennengelernt. Bei einer gemeinsamen Ostseereise fanden sie ihre thematischen Gemeinsamkeiten. „Es geht uns nicht nur um das Abbilden, sondern um die emotionale Stimmung“, sagte die Bremer Ärztin. Ihre Liebe zu Wasser und Meer teilt sie mit Cordes. Von der einen finden sich „Kleine Strandspiele“ mit schemenhaften Figuren, die andere hat eine „Brandung am Tag“ verewigt, bei der sich Wellen an Pfählen brechen.

„Dennoch haben wir verschiedene Blickwinkel“, sagt Buchwald-Pospiech. Sie ist Naturräumen verbunden. Ihre Darstellungen gleiten ins Surreale ab. Der Mensch findet sich nur indirekt wieder: durch seine Artefakte. Wie bei der „Bixby Bridge“, die sie im vergangenen Sommer in Kalifornien inspiriert hat. Ein stählerne Brücke führt zu einem rauen Berg. „Ihre Farbwahl könnte die eines Expressionisten sein“, sagt Cordes – der Hauch des Mystischen.

Cordes liegt dagegen das Impressionistische am Herzen. Sie malt ohne Schwarz – ganz Grafikerin ist sie Magenta, Cyan und Gelb verbunden. Ihre jüngste Tochter Luna findet sich auf dem gleichnamigen Bild laufend mit Ballon. Die Reflexion der Sonne taucht sie in ein besonderes Licht. Nicht gefällig zu malen, ist ihr wichtig. „Ich will keine heile Welt, sondern weiß, wie fragil sie ist, wie verletzlich“, sagt Cordes. Für ihre Motive betreibt sie Aufwand. „Augenblick“, drei fahle junge Mädchen, die Mittlere ist Tochter Lale, sitzen auf einer Bank hatte zwei Jahre an Überlegen und eine Fotosession hinter sich, bevor der Pinsel ins Spiel kam. Eine Bühne bot die Vernissage auch Annika Dencker (16). Die Schülerin von Julia Bernhardt im Musikzentrum Schulauer Hof spielte mit ihrer Lehrerin drei Stücke auf dem Klavier. Die Darbietung des neckischen Salsa Diabolica, eine Bearbeitung von Anton Diabelli durch Uwe Korn, würdigten die Besucher mit besonderem Applaus.

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erstellt am 23.Feb.2015 | 10:00 Uhr

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