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Unterkunft in der Heinestraße : Anwohner wollen gegen Baupläne für ein Flüchtlingsheim auf dem Parkplatz vorgehen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Eine Straße macht mobil. „Appellieren an die Vernunft der Politik.“

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2015 | 14:30 Uhr

Wedel | Montag, 10 Uhr: Rund zwei Drittel der 35 Stellflächen auf dem Parkplatz Heinestraße sind belegt. „Und nachts ist der immer voll“, weiß Hartmut Krüger. Er gehört zur Eigentümer-Gemeinschaft aus der Wohnanlage Heinestraße 2 bis 6. Ebenso wie Werner Lüdtke und Horst Bastian. Es ist noch etwas, was sie eint: Das Unverständnis für Pläne der Stadt, auf dem Parkplatz eine Unterkunft für Flüchtlinge zu bauen.

Und sie sind nicht allein. Eine Liste mit Unterschriften gegen das Projekt ist bereits ans Rathaus gegangen. Das ist nur ein erster Schritt, wie Bastian und Krüger verdeutlichen. Ruhig, sachlich, aber bestimmt. Gegebenenfalls werde man juristische Schritten einleiten – oder auch ein Bürgerbegehren starten, sagen die Anwohner. So wie es Wedel aktuell an der Feldstraße erlebt.

Aktuell jedoch sehen die Betroffenen ausreichend Argumente, die für ihre Position sprechen. „Wir appellieren an die Vernunft der Politik“, so Bastian – der selbst bis Mitte 2006 ein Ratsmandat für die CDU hatte und unter anderem im Planungs- und Bauausschuss saß. Zur Erinnerung: Es war die Politik, die jüngst den Parkplatz Heinestraße an die dritte Stelle der Prioritätenliste der möglichen Standorte für neue feste Unterkünfte gesetzt hat. „Befremdlich“, so Krüger. Weil die Stellflächen in der Straße mit den markanten Hochhäusern am Waldrand dringend benötigt würden.

Und weil die Stadt dies selbst beim Bau der Heinestraße 2 bis 6 im Jahr 1973 erkannt, ja sogar die Schaffung des Parkplatzes zur Auflage für die Baugenehmigung gemacht habe. Inklusive Kostenübernahme durch den Bauträger respektive die späteren Eigentümer, so Krüger. Seither habe die Zahl der Pkw mitnichten ab-, sondern stark zugenommen. Entsprechende Akten seien nach gut vier Jahrzehnten nicht mehr auffindbar, sagte gestern Eigenheim-Vorstand Jörg Mach auf Nachfrage. Man werde jedoch weiter forschen, erklärte Krüger.

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„Hier hat niemand etwas gegen Flüchtlinge.
Aber für ein solches Bauprojekt gibt es geeignetere
Flächen in Wedel.“

Horst Bastian
Heinestraßen-Anwohne
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Bastian führt ferner an, dass der Parklatz häufig von Familien frequentiert werde, die den Waldspielplatz 100 Meter von er Heinestraße entfernt nutzen. Der Ruheständler sieht zudem ein Raumproblem. Wie berichtet hatte Bauamtschef Klaus Lieberknecht im Hauptausschuss erklärt: Wenn der Standort Feldstraße nicht zum Tragen komme, sei die Planung für ein 50-Personen-Haus übertragbar. Lieberknecht nannte explizit die Heinestraße. Vollkommen überdimensioniert, sagen dagegen die Anwohner. „Für ein solches Projekt ist dieser Platz absolut ungeeignet“, so Bastian mit Blick auf Schnitt, Dimension und Abstandsflächen. Bislang war lediglich von 16 Wohneinheiten die Rede. Auch das stehe wiederum in keinem Verhältnis zu Kosten und dem Parkraum, der mit dem Bau wegfallen würde.

„Ich erwarte, dass die Politik in dieser Angelegenheit Sachentscheidungen fällt“, sagt Bastian. Nicht allein mit Blick auf die angeführten Argumente. Ihm sei aus zuverlässiger Quelle zugetragen worden, Befürworter des Standorts hätten gesagt, die Moorwegsiedlung müsse in dieser Frage auch mal ran. Wenn auf dieser Ebene argumentiert werde, müsse man sich auch ansehen, dass es im im Bereich Autal/Breiter Weg, der Ecke Moorweg/Heinrich-Mann-Straße und nach Umbau des Hauses Sonnenschein im Moorweg bereits drei Unterkunfts-Standorte in der Siedlung gebe.

Bastian betont: „Hier hat niemand etwas gegen Flüchtlinge. Aber für ein solches Bauprojekt gibt es geeignetere Flächen in Wedel.“ Und wenn schon Parkplätze, dann doch zumindest nur Teilflächen und zentraler, so Krüger – etwa mit Blick auf den Parkplatz am Freizeitpark oder den Festplatz.

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