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Gnäterkuhlenweg : Anwohner kontra Durchgangsverkehr

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Zu viele Pkw, zu hohe Geschwindigkeit, verbotswidrige Lkw-Nutzung: Betroffene fordern Konsequenzen.

Wedel | Neuer Vorstoß in alter Problemlage: Anwohner des Gnäterkuhlenwegs machen mobil gegen Verkehr, der nicht in ihre Straße gehört. „Zu viele Autos, zu viele Lkw, die hier eigentlich gar nicht fahren dürften, und zu hohe Geschwindigkeiten“: So beschreibt Thomas Buchholz mit drei Schlagworten die Situation aus Anliegersicht. Und fordert: Es muss etwas passieren.

Knackpunkt ist laut den Betroffenen die Diskrepanz zwischen Ausbaucharakter und tatsächlicher vielfacher Nutzung als Durchfahrtstraße für den Schleichwegverkehr zwischen Pinneberger Straße und Hamburg. Auf Wunsch der Anwohner hatte die Politik 2007 entschieden, den Gnäterkuhlenweg mit 4,75 Meter Asphaltbreite, Hochborden und Pflanzinseln als Anliegerstraße auszubauen. Dazu wurde Tempo 30 angeordnet. Einem weiteren Ansinnen folgte die politische Mehrheit dagegen nicht: dem einer Sperrung aus Richtung Pinneberger Straße. Dies hatten Verwaltung und Polizei wiederholt vorgeschlagen und die SPD gleich mehrfach zum Antrag erhoben. Vergeblich.

Heute zeigen Buchholz und sein Nachbar Jost Jantzen die Quittung: Weit überfahrene Gehwege und abgekippte, beschädigte Borde durch teils riskanten Begegnungsverkehr und Lasternutzung. Dazu tiefe Schlaglöcher in Asphalt und Straßenrand jenseits des Ortsschilds, wo nur drei Meter Fahrbahn befestigt ist. Und aussagekräftige Datenblätter: Auf Drängen der Anwohner hat die Stadt im vergangenen Sommer nicht nur elektronische Warntafeln aufgestellt, sondern auch verdeckt gemessen. Das Ergebnis vom 25. August spricht für sich: Trotz Ferienzeit wurden zwischen 6 und 22 Uhr 937 Fahrzeuge gezählt. Laut Auswertung waren davon 283, also rund ein Drittel, Lkw. 80 Prozent der Pkw waren zudem schneller als 30 Stundenkilometer (Km/h) unterwegs. Bei den Lkw, die dort gar nichts zu suchen haben, waren es 90 Prozent. Auch die Polizei hat bereits mehrfach gemessen, zuletzt am vergangenen Mittwoch. Bislang jedoch ohne eine offizielle Bewertung abgeben zu können, hieß es gestern auf Tageblatt Anfrage.

Buchholz und Jantzen dagegen haben eine klare Bewertung: „Unsere Straße kann den Verkehr nicht aufnehmen. Wir wollen die Duldung dieser Situation nicht weiter hinnehmen.“ Sie haben daher einen Antrag formuliert, der jetzt im Planungsausschuss auf den Tisch der Fraktionen kommen soll. Ihre Forderung: Einrichtung einer unechten Einbahnstraße im Gnäterkuhlenweg ab Seemoorweg, also kurz vor dem Ortseingang, mit einem Einfahrtverbot aus Richtung Pinneberger Straße. So wäre der baumschulbedingte Treckerverkehr nicht behindert, der Schleichwegverkehr jedoch unterbunden. „Faktisch muss hier keiner durchfahren, es gibt auch andere Wege. So ist es ja eigentlich auch für Lkw gedacht“, sagt Buchholz.

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erstellt am 07.Apr.2017 | 10:00 Uhr

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