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Allein gelassen am Stadtrand? : Anwohner des Schulauer Moorwegs klagen über Raser und verbotenen Lkw-Verkehr

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

„Wedel klammert unsere Probleme aus“: Die Anwohner des Schulauer Moorwegs fühlen sich falsch behandelt.

Wedel | Der Schulauer Moorweg – eine Straße am äußersten Rand der Stadt. Irgendwo am Rand – so fühlen sich Anlieger auch, was die Sicht Wedels auf ihre Probleme mit dem Verkehr angeht, die eben aus der speziellen Lage resultieren. Wespenstieg, Sandmoorweg und eben Schulauer Moorweg: Hier fließt der nördliche Schleichwegverkehr zwischen Hamburg und Wedel, respektive dem Kreis Pinneberg. Gewollt, wie Wedel ausdrücklich im Zuge der Sanierung und drohenden Schließung des Sandmoorwegs betonte. Gewollt, aber nicht vernünftig gelenkt und kontrolliert, moniert Christoph Hantke. Seit 2008 wohnt er am Schulauer Moorweg, unweit der Au, mit seiner Frau Diana und mittlerweile zwei kleinen Kindern. Lang genug, um zu beobachten: Es gibt ein ernstes Verkehrsproblem. Und es nimmt stetig zu – in einem Besorgnis erregenden Maß.

Problem Nummer eins: die Raser. Trotz Tempo 30 zwischen Eisenbahnbrücke und Markenfilm werde die Straße immer wieder als „Rennstrecke“ missbraucht. Teilweise kämen Autos mit geschätzten 80 bis 100 Stundenkilometern an seinem Haus vorbei. Und das bei einer Fahrbahnbreite, die gerade so einen Begegnungsverkehr zulasse. „Das ist gefährlich. Hier wohnen viele Familien mit Kindern“, so Hantke. Nicht selten seien die Fahrer dabei sehr aggressiv: „Wir fahren alle hier demonstrativ strikt 30. Zum Teil wird man da einfach überholt.“

Problem Nummer zwei: die Lkw. „Morgens um 5.30 Uhr fängt das an“, sagt Diana Hantke. Schwere Lkw, die mangels Platz auch über den nicht befestigten Gehweg fahren und diesen beschädigen. Ebenso wie die Fahrbahn selbst. „Die Straße ist darauf nicht ausgelegt“, sagt sie. Tatsächlich zeigt ein Schild, dass maximal vier Tonnen erlaubt sind. Daran würden sich auch die Landwirte nicht halten, die mit ihren schweren Maschinen und Zügen den Schulauer Moorweg ebenfalls phasenweise massiv nutzten – ohne Erlaubnis.

Versuch der Polizei bislang erfolglos

Der Versuch, die Polizei zu Kontrollen und Ahndung zu bewegen, blieb laut Christoph Hantke bislang ohne Erfolg. Per Mail hat er sich jetzt an die Politik gewandt in der Hoffnung auf Unterstützung. „Wir haben hier das Gefühl, Wedel klammert unsere Probleme aus. Die Anwohner fühlen sich allein gelassen.“ Dabei sei den Betroffenen bewusst, dass die aktuelle Situation auch mit Bauarbeiten und Sperrungen am Sandmoorweg zu tun haben. Die Missstände seien jedoch schon vorher zutage getreten, sagt Hantke. Zudem sei zu befürchten, dass die Lange anhalte, da der Sandmoorweg mit seinen Einengungen bewusst unattraktiv für den Durchgangsverkehr gestaltet werde.

„Man kommt sich zeitweise vor wie in einer rechtsfreien Zone, und Wedel nimmt das billigend in Kauf, bis etwas passiert. So lange wollen wir nicht warten“, so Hantke. Wenn nicht gehandelt wird, werde man gemeinsam mit den von ganz ähnlichen Probleme geplagten Anliegern des angrenzenden Hamburger Rheingoldwegs mobil machen, um doch noch eine Schließung des Wegs zu erwirken.

Auf Anfrage sagte gestern Angela Hans von der Wedeler Verkehrsaufsicht: „Von dieser Problematik am Schulauer Moorweg hören wir zum ersten Mal.“ Um sich ein Bild der Situation zu machen, könne die Stadt verdeckte Geschwindigkeitsmessungen und Verkehrszählungen veranlassen, um dann gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, so Hans.

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erstellt am 09.Mär.2016 | 12:15 Uhr

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