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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. September 2017 | 22:23 Uhr

Andacht zwischen Apfelkisten

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Umgeplant Eigentlich sollte Pfingstsonntag der traditionelle „Open-Air-Gottesdienst am Deich“ in Haselau gefeiert werden

Der Heilige Geist wollte in diesem Jahr das Pfingstfest offenbar lieber unter festem Dach feiern, denn er ließ der Eisheiligen „Sophie“ mit ihrem kalten, stürmischen und regnerischen Wesen den Vortritt beim Maiwetter. So musste der traditionelle Haselauer „Open-Air-Gottesdienst am Deich“ am vergangenen Sonntag statt wie üblich am Elbdeich vor Bishorst in der riesigen Lagerhalle des Obsthofes Georg Kleinwort an der Deekenhörn im Ortsteil Hohenhorst stattfinden. Aber auch hier wurde der Pfingstgottesdienst sehr fröhlich mit mehr als 140 Gästen in der Kulisse von meterhoch gestapelten Apfelkisten gefeiert.

Gleich am Eingang wurden die Besucher vom Kirchenteam mit einer Feder begrüßt, deren Symbolik später noch von Haseldorfs Pastor Helmut Nagel erläutert wurde. Erst einmal stimmte er die Gäste auf die neue Situation ein, indem er sie die Augen schließen und sie in den herrlichsten Bildern vom Sonnenschein am Deich mit zwitschernden Vögeln und dem Blick auf die Elbe träumen ließ. Ja, so hätte es sein können, aber hier sei es ja auch schön, sagte Nagel.

Seit etwa 17 Jahren lobpreisen beim „Open-Air-Gottesdienst am Deich“ die Gläubigen aus den fünf Kirchen-Gemeinden Haselau mit Pastor Andreas Petersen, aus Haseldorf und Hetlingen mit Pastor Nagel, aus Appen mit Pastor Frank Schüler, aus Seester mit Pastorin Bettina Feddersen und aus Moorrege-Heist mit den Pastorinnen Vivian Reimann-Clausen und Maria von Bar gemeinsam den Heiligen Geist. Die Premiere wurde 1997 von Petersen zusammen mit dem Naturschutzbund, dem Haselauer Gemeinderat und Kirchenmusiker Michael Horn-Antoni veranstaltet. Die Idee, den Gottesdienst unter freiem Himmel zu feiern, fanden die anderen Pastoren so toll, dass sie sich nach und nach anschlossen.

Auch bei anderen Gelegenheiten arbeiten die Geistlichen der fünf Gemeinden gut und eng zusammen. Die fruchtbare Zusammenarbeit spiegelte sich auch am Pfingstsonntag bei dem Fest wider, das bis heute als Geburtstag der christlichen Kirche gilt. Alle Pastoren helfen mit, aber nur zwei von ihnen leiten den Gottesdienst. In diesem Jahr waren es Nagel und von Bar. Für die Moorregerin war es die erste gemeinsame Feier in Haselau und auch die erste Zusammenarbeit mit Nagel. Sie zelebrierten miteinander einen erfrischend lockeren Gottesdienst mit Humor, guter Laune und vielen bekannten Liedern, die von Horn-Antoni am Keyboard begleitet wurden.

Nagel erläuterte die Botschaft der verteilten Federn mit dem Lied „Über den Wolken“ von Reinhard Mey und der grenzenlosen Freiheit, die der Geist Gottes einem jeden Menschen gewähre und sie vom „Schubladen-Denken“ befreien würde. Von Bar hielt eine amüsante Predigt mit einer Fabel über die Vögel Almut Leichtmut und Ernst-Gustav Schwersinn, die zeigt, dass jeder Mensch frei wählen kann, die Welt positiv oder negativ zu betrachten. Es wurde viel gelacht bei diesem Gottesdienst, das Abendmahl im großen Kreis war gelöst und insgesamt herrschte eine beschwingte Atmosphäre wie auf einem Kirchentag.

Ein Dank ging an die Moorreger Bäckerei Eggers, wo Flüchtlinge schon am frühen Morgen Brote für das Fest gebacken hatten, an die Hilfe der Konfirmanden und an Raimund Kleinwort für die Gastfreundlichkeit in den Räumen des Obsthofes. Der Erlös aus den Spenden geht an die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“.

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