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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. Oktober 2017 | 06:13 Uhr

Amüsanter Platt-Marathon

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Mehr als 400 Gäste besuchten vier Vorstellungen von „Eeten un Theoter“ im Haselauer Landhaus / Junge Nachwuchsstars gefeiert

An drei Tagen gab es vier ausverkaufte Vorstellungen vom „Eeten un Theoter – een beten snackt ward loter“. Insgesamt waren es mehr als 400 Besucher, die am vergangenen Wochenende ins Haselauer Landhaus pilgerten, um ihr schönstes Platt-Erlebnis des Jahres zu genießen. Fast mutet die Traditionsveranstaltung mit familiären Flair und den verschiedenen Künstlern des plattdeutschen Genre wie ein Mini-Festival an, nur das die vor dem Eingang ungeduldig wartenden Gäste meist keine Teenager mehr sind.

Das Publikum ist mit dem Planer und Macher des Plattdüütsch-Marathons, Gerd Richert, gemeinsam aufgewachsen und zum Teil seit vielen Jahren Fan des Ehrenvorsitzenden der Elmshorner Speeldeel. Allerdings sorgt der engagierte Pfleger der plattdeutschen Sprache seit einigen Jahren zusätzlich für den nötigen Nachwuchs: Mit dem Unterricht der „jungen Platten“ begeistert er auch Kinder und Jugendliche für die alte „Moderspraak“ der Haseldorfer Marsch.

Das Haselauer Urgestein amüsierte sein Publikum mit selbstgeschriebenen Geschichten über Amanda und berührte die Herzen der Zuhörer mit der Erzählung vom „Hannes Doktor“.

Zuvor waren die Besucher wie immer vom Juniorchef und Landhauskoch Jan Hermann Lienau mit einem „Theaterteller“ verwöhnt worden. Es gab Schweinemedaillons mit Bratkartoffeln an einer Wurzel-Triologie. Die Nachmittagsvorstellung am Sonnabend wurde mit hausgemachten Kuchen satt versüßt. Voller Stolz stellte Richert die „jungen Platten“ vor, zu denen Merle Mohr, Finn Beutler, Momme Wulff und Noah Lüchau gehören, die an den verschiedenen Tagen abwechselnd auf herrlich natürliche Art mit Gedichten und Geschichten auf bestem Platt überraschten.


Kampf um den Rang des Hochdeutschen


Für den vertrauten Klang von altbekannten Liedern auf Plattdüütsch, wie etwa „Dat du min Leevsten büst“ sorgte in diesem Jahr erstmalig beim „Eeten un Theoter“ der Speelwark-Boss Hartmut Harms. Unter dem Motto „Ünner Wolken und Wind“ hatte er auch viele Geschichten „von damals“ im Gepäck, mit schönen Erinnerungen etwa an kreative Zeiten mit „Gerdi“, Silberhochzeiten im Haselauer Landhaus mit Otto Lienau oder die erste Rundfunksendung.

Nach der Pause hieß es Bühne frei für den Auftritt der Elmshorner Speeldeel. Sie ließen ihr Publikum mit dem Einakter „Uns Moderspraak“ unter der Regie von Richert Einblick in das Leben von Familie Harms nehmen, wo heftig gestritten wurde, ob es nun besonders vornehm oder erstrebenswert sei, Hochdeutsch zu sprechen. Ida Habermann – gespielt von Monique Klawa – ist der Ansicht, man müsse „hohes Deutsch“ sprechen, um etwas darzustellen. Mit ihrem Mann Max (Wilhelm Schnoor), ihrer Schwester Tine Harms (Karin Klawa), deren Mann Bauer Hinrich (Günter Hachmann) und selbst mit dem jungen Brautpaar Anna Harms (Annika Krohn) und Kurt Kruse (Hinrich Möller) – dem Sohn von Pastor Kruse (Claus Peter Jessen) – gibt es ernste Auseinandersetzungen, weil alle anderen letztendlich die bodenständige Moderspraak für die einzig ehrliche Art und Weise des Umgangs miteinander halten. Alle Schauspieler brachten das begeisterte Publikum mit ihrem Talent zur Komik und ihrer Darstellungsfähigkeit immer wieder zum Lachen.



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