Kunstmarkt im Wedeler Rathaus : Alles außer Akten

Freude am Schönen: Zahlreiche Besucher stöberten auf dem Kunstmarkt im Rathaus.
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Freude am Schönen: Zahlreiche Besucher stöberten auf dem Kunstmarkt im Rathaus.

Schmuck, Bilder und andere Kreationen: 32 Austeller sorgten auf dem Kunstmarkt für jede Menge Qualität.

shz.de von
11. November 2013, 12:00 Uhr

Wo sonst die Verwaltungsmitarbeiter mit Akten in der Hand über die Flure laufen, war am Wochenende erlesenes Kunsthandwerk ausgestellt: Das Kulturforum Wedel hatte zur 38. Auflage des Kunstmarkts im Rathaus eingeladen. Monika Dohmen, Vorsitzende der Gemeinschaft, war es gelungen, 32 Handwerker aus Norddeutschland für die zweitägige Veranstaltung zu engagieren. Auf drei Etagen des Gebäudes an der Bahnhofstraße wurde den Besuchern eine große Auswahl an Schmuck, Bildern, Metall- und Lederarbeiten, Keramik, Patchwork, Seidentüchern und anderen Kreationen präsentiert.

„Wir achten jedes Jahr darauf, dass ein Teil der Aussteller wechselt. Etwa ein Drittel ist immer zum ersten Mal dabei“, erläuterte Dohmen. Zudem werde bei der Auswahl der Künstler auf eine besonders hohe Qualität geachtet: „Bei uns sind keine Bastelarbeiten zu sehen.“

Eine Premiere feierte Jutta Schepers: Die Modistin-Meisterin aus Pinneberg zeigte ihre handgefertigten Hüte und Mützen für Damen zum ersten Mal in Wedel. Die Hüte stellt sie aus Filz her. Mit einem Bügeleisen wird der „Rohling“ in Form gebracht. Die Mützen näht Schepers mit der Hand. Alle Modelle sind von ihr selbst entworfen. Bisher stellte die Modistin ihre Arbeiten unter anderem in Rellingen und Appen aus.

Zum ersten Mal dabei war auch Ursula Leukefeld aus Hamburg. Die 79-Jährige, die Malerei, Kultur und Sozialgeschichte studierte, hatte ihre handgefertigten Porzellanpuppen mitgebracht. Alle sind nach klassischen Vorbildern aus der Zeit von 1870 bis 1920 hergestellt. „Es sind Unikat-Nachbildungen und keine Serienproduktionen. Die Ober- und Unterkleidung wird überwiegend aus alten Stoffen gefertigt“, erklärte Leukefeld, die ihre Puppen bereits im Hamburger Michel sowie im Altonaer Theater gezeigt hat. Für ihre hohe Kunst wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1992 mit dem ersten Preis auf der „Doll Art“ sowie mit der „Millie“, der höchsten Auszeichnung, die international für Puppenmacher vergeben wird.

Ein Kunstmarkt-Urgestein ist der Wedeler Arno Gabriel. Der 78-Jährige stellte auf dem Flur im ersten Stockwerk Aquarellzeichnungen aus und ließ sich bei seiner Arbeit auch über die Schulter sehen. Passend zur Adventszeit hat er seine Postkarten mit weihnachtlichen Motiven aus der Rolandstadt, etwa dem Reepschlägerhaus und dem Tonnenhafen, versehen.

Bei einer Tombola wurden 100 Preise, die die Künstler gestiftet hatten, verlost. Die Einnahmen spendet das Kulturforum dem Theater Wedel. In der Rathaus-Kantine hatten die Kunstmarktbesucher Gelegenheit, sich mit Erbsensuppe, Chili con Carne sowie Kaffee und Kuchen zu stärken.

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