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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. November 2017 | 21:08 Uhr

Alle feierten, nur ein Teddy hatte „Aua“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Gemeindefest Viel Spaß beim Lutherspektakel

Eine fröhliche Menschenmenge füllte das Gelände rund um die St.-Gabriel-Kirche am Haseldorfer Schlosspark. „Luthers Sommer-Spectaculum“ lockte Besucher von Nah und Fern. An der Hauptstraße parkende Autos soweit das Auge sah. Auf dem Festplatz aber begeisterten vor allem Attraktionen aus vergangenen Zeiten, als man noch zu Fuß oder mit Pferd und Wagen unterwegs war.

Martin Luther selbst drehte munter seine Runden. Allerdings steckte Pastor Helmut Nagel im Kostüm des Reformators. Der Namensgeber des Haseldorfer Spectaculums inspirierte an diesem Tag allerhand Aktivitäten. Zum Beispiel das Tintenfass werfen. Gar nicht so einfach, den Teufel damit zu treffen. Die drei Jungen Dominik, Noah und Tim engagierten sich lieber mit Hammer und Nagel am Wittenberger Kirchenportal und schlugen furchtlos immer neue Thesen an, die Passanten ihnen zureichten.

Rundherum hatte ehrwürdig altes Handwerk seine Arbeitsplätze. Da gab es Bandreißer, Reepschläger, einen Schmied. Alle ließen sich gern über die Schulter schauen. Und kleine Lehrlinge standen Schlange, um auch mal Hand anlegen zu dürfen. Eltern sahen aus sicherer Entfernung zu, während ihre Kinder, darunter der siebenjährige Luis, bei Bauschlosser Uwe Voss heiße Eisen schmiedeten.

Bei Pfadfinder Martin Krempa konnte der Nachwuchs das Bogenschießen lernen. Babette Rerrer zeigte, wie man aus dem Umriss der eigenen Hand Fledermäuse bastelt. Die siebenjährige Klara konnte es sofort nachmachen. An einem anderen Tisch wurde gemalt und geknetet. Mit der Hüpfburg wurden die Kleinen sogar ohne Anleitung fertig. Die etwas Größeren vergnügten sich lieber beim Kegeln.

Wer sein Luther-Wissen testen wollte, konnte sich an einem Quiz beteiligen. 14 Antworten mussten gefunden werden. Bei der Fragestellung entwickelte der Festausschuss Humor. Zum Beispiel: Wo weigerte sich Luther, seine Schriften zu widerrufen? Als Antworten standen zur Wahl: Vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages, bei einer Talk-Show von RTL, auf dem Reichstag zu Worms. Wer auf diese und alle anderen Fragen die richtige Antwort wusste, hatte die Chance, eine Martin-Luther-Rose zu gewinnen. Die erst kürzlich getaufte Züchtung war eine Spende von Rosen-Tantau.

Alle waren fröhlich, nur einer litt: Der Teddy der DRK-Jugend, denn der lag vielfach bandagiert auf einer Tragbahre. Eigentlich wollte Marvin von der DRK-Jugend nur zeigen, wie man Verbände anlegt. Aber dann kam die 18    Monate alte Minna vorbei. „Der hat so viel Aua“, meinte sie voller Mitleid. Und das kleine Mädchen zögerte nicht lange, sondern kletterte kurzerhand zum Teddy empor und streichelte das blessierte Plüschtier.

Alle Einnahmen sollen der Hetlinger Kapelle zugutekommen, denn deren Dach ist dringend reparaturbedürftig. Es gab reichlich Gelegenheit zum Spenden, aber auch zum Einkaufen. Susanne Scharf verhökerte als Marktfrau Küchenkräuter, die Anne-Lucie Langbehn und Marita Nagel gezüchtet hatten. Gespendeter Kuchen war eine weitere Einnahmequelle.


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