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„Fahrradwerft“ in Wedel : Aktion für Bedürftige und Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

In der alten Bücherei reparieren Freiwillige alte Zweiräder und verschenken sie an Bedürftige. Materialspenden dringend gesucht.

shz.de von
erstellt am 14.Nov.2015 | 15:00 Uhr

Wedel | Auf den Tischen stapelt sich Werkzeug, alte Fahrräder stehen dicht gedrängt an den Wänden. Das Team der „Fahrradwerft“ hat sich gut in der alten Bücherei an der Wedeler Bahnhofstraße eingerichtet. Freiwillige Helfer werkeln dort für ein hehres Ziel: Flüchtlingen – und anderen bedürftigen Wedelern – ein Stück Unabhängigkeit und Mobilität zu geben.

Während Projektmanager Thilo Gehrke das Konzept erklärt, muss er immer wieder einen Schritt zur Seite machen. Kinder schieben ihre reparaturbedürftigen Drahtesel in den Raum. Mitstreiter Holger Riedel kommt von einer Probefahrt wieder. Gehrke lässt sich von der Geschäftigkeit nicht beirren. „Wir reparieren gespendete Fahrräder und verschenken sie an Flüchtlinge und anderen Menschen aus dieser Stadt, die es nötig haben.“ Ein festes fünfköpfiges Team hält dabei die Zügel in der Hand. Wichtig ist jedoch, dass die Flüchtlinge selbst bei der Arbeit eingebunden werden. Gehrke: „So entwickeln sie Wertschätzung für die Fahrräder – wir begegnen uns hier auf einer sozialen und auf einer technischen Ebene.“

Entstanden ist das Projekt aus der Helfer-Inititative, die im November 2014 ihren Anfang nahm. Alle Helfer in der Bahnhofstraße sind echte Fahrrad-Fans, wie Gehrke betont. Seit September sind sie in der alten Bücherei angesiedelt. Gehrke: „Wir sind der Stadt sehr dankbar, dass wir diese Räume nutzen dürfen.“ Allerdings: Das Gebäude steht zum Verkauf, auf lange Sicht muss die Werkstatt raus. Derzeit hat man aber dringendere Probleme: „Uns gehen allmählich die Materialien aus.“ Die „Fahrradwerft“ begann mit 25 gespendeten Fahrrädern, bis jetzt wurden 60 bis 80 Stück aufgemöbelt und verschenkt. Was jetzt noch in der Bahnhofstraße steht, reicht noch für eine Woche, so Gehrkes Schätzung. Egal ob alte Drathesel oder Ersatzteile – das Team ist für jede Gabe dankbar. Denn: „Fahrradfahren bedeutet Freiheit. Fahrradfahren ist Selbstbestimmung“, betont Gehrke. Deswegen leitet der Wedeler auch Kurse für Migranten und bringt vor allem Frauen das Fahren auf zwei Rädern bei. Auch dieses Angebot ist kostenlos. Informationen finden sich auf der Website der „Fahrradwerft“.

Das Angebot in der Bahnhofstraße richtet sich bewusst nicht nur an Flüchtlinge. Gehrke: „Wir wollen niemanden ausgrenzen.“ Auch alteingesessene Wedeler Bürger, die sich ein Fahrrad nicht leisten können, dürften jederzeit in der Bahnhofstraße vorbeischauen.

FAHRRADWERFT Öffnungszeiten und Kontakt

Die Fahrradwerft Wedel ist in der Bahnhofstraße 27 angesiedelt. Die festen Öffnungszeiten sind dienstags von 12 bis 15 Uhr und mittwochs von 12 bis 18 Uhr. Ansonsten gilt: Wenn die Tür offen ist, kann man eintreten. Wer Sachspenden wie alte Fahrräder oder Ersatzteile abliefern möchte, kann das Team vorher über die Website kontaktieren. www.fahrradwerft-wedel.de.to

 
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