„Ahoj“ und „Au revoir“

Tochter Alex Bethel Engle (links), Mutter Rose Paasch mit Baby Freyja und der belgische Austauschschüler Martin Wirtel.
Tochter Alex Bethel Engle (links), Mutter Rose Paasch mit Baby Freyja und der belgische Austauschschüler Martin Wirtel.

Austausch im fliegenden Wechsel / Eine Wedeler Schülerin und ein junger Belgier berichten von ihren Erlebnissen im fremden Land

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26. Juli 2018, 16:00 Uhr

Für einige Tage war im Haus der Familie Rose und Sören Paasch in Wedel ein fröhliches Gewirr von unterschiedlichen Sprachen zu hören. Tochter Alexandra Bethel Engle war gerade nach einem Jahr als Austauschschülerin mit einem „Ahoj“ („Hallo“) aus der Slowakei nach Wedel zurückgekehrt. Dort war der Austauschschüler Martin Wirtel, der ein Jahr bei der Familie Paasch gelebt hatte, schon dabei seine Sachen zu packen, um die Reise zurück zu seinen Eltern in Belgien mit einem „Au revoir“ anzutreten. Beide wurden vom Verein Youth For Understanding Komitee (YFU) vermittelt.

Gastmutter Rose selbst ist gebürtige Amerikanerin und zweisprachig, ebenso wie Tochter Alex. Während ihrer Zeit in der Slowakei wurde ihre kleine Schwester Freija geboren. So war die Freude auf ihr Zuhause in der Stadt an der Elbe umso größer. Hier hatte auch Martin einen schönen Ort zum Leben und Lernen in der aufgeschlossenen Gastfamilie gefunden.

Bereits Mutter Rose war durch die Vermittlung der Organisation als Austauschschülerin 1994 / 95 bei einer Gastfamilie in Hamburg untergekommen. An der Osdorfer Gesamtschule lernte sie Sören kennen, ihren späteren Ehemann. In ihrer Heimat Nebraska hat Rose dann selber zehn Jahre lang ihre Türen für Schüler aus Deutschland geöffnet und damit YFU unterstützt.

In Wedel war Martin der erste Austauschschüler bei Familie Paasch. Er besuchte das Johann-Rist-Gymnasium und kam in der elften Klasse mit einigen Vorkenntnissen in Deutsch gut zurecht. Er habe sich am Anfang nur nicht getraut, zu sprechen, erzählte der aufgeschlossene junge Mann aus dem südbelgischen Courtil, wo er die Schule bereits beendet hat. Weiterhin berichtete Martin, dass er viel selbstständiger geworden sei. Er habe sich aus der sicheren Obhut seiner Eltern lösen können, und eigenständig schwierige Entscheidungen getroffen.

Viel Unterstützung bekam Martin dabei auch von seiner Betreuerin, Editha Fitzner, die seit vielen Jahren für den verein Deutsche YFU-Komitee arbeitet. Jederzeit war sie für ihn erreichbar gewesen. Am Anfang besuchte Martin ein einwöchiges Seminar für Deutsch in Lauenburg. Er erzählt von seinem tollen 18. Geburtstag, den vielen Ausflügen und dem Highlight: einer Reise zur Familie von Rose in den Staaten. Für Alex war die slowakische Sprache anfangs eine Barriere, die sie allerdings schnell überwand, so dass sie dann mühelos dem Schulunterricht in einem Dorf in der Nähe von Bratislava folgen konnte. Auch Alex schildert, dass sie reifer und geduldiger geworden sei und schwärmt von der „richtig, richtig netten“ Gastfamilie und den zwei Schwestern, von schönen Ausflügen und Skilaufen in Österreich. Für Martin und Alex sei der Austausch eine ganz wichtige Phase in ihrem Leben gewesen, berichten beide.

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