Ätzschäden: Jetzt soll Wedel ran

Rat beauftragt Ursachenforschung im Kraftwerkumfeld

shz.de von
12. Mai 2018, 16:00 Uhr

Beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) als zuständige Aufsichtsbehörde für den Betrieb des Kohlekraftwerks am Elbhochufer ist Wedel abgeblitzt mit der Forderung nach Feststellung des Verursachers von Lackschäden an Pkw im Umfeld des Meilers (wir berichteten). Jetzt soll die Stadt selbst die Gutachter engagieren. FDP, Grüne, Linke und SPD haben in einem gemeinsamen Antrag die Stadt mit der Verursacher-Ermittlung beauftragt. Ein Beschluss mit lediglich einer Enthaltung aus den Reihen der Grünen.

In ihrer Begründung bemängelte Petra Kärgel (Grüne), es sei nach Auffassung ihrer Fraktion trotz mehrerer Gutachten „keinesfalls schlüssig bewiesen, dass die Kraftwerk-Partikel die Ätzschäden im Wohngebiet nicht verursachen“. Auch habe durch das jüngste Vattenfall-Gutachten zu den Emissionen eine Gesundheitsgefahr nicht ausgeräumt werden können. Die Grünen hätten erwartet, dass das LLUR selbst Gutachten zu den Schäden vorlegt, so Kärgel. „Nun müssen wir für die Bürger einspringen.“

Die CDU meldet noch Änderungsbedarf für Punkt zwei des Antrags an. Demnach soll die Vorgehensweise von der Stadt nicht nur mit den Anwohner abgestimmt werden, sondern auch das LLUR und Vattenfall mit an den Tisch geholt werden. „Damit wir eine Lösung bekommen, die alle akzeptieren“, so CDU-Ratsherr Stephan Schwartz. Lothar Barop (SPD) begrüßte den Vorschlag als „vertrauensbildend“, schränkte jedoch ein: „Es darf aber am Ende nicht dabei herauskommen, dass die Untersuchung gar nicht stattfindet.“

Es sei wichtig, das weitere Verfahren auch eng mit dem LLUR abzustimmen, befand auch Bürgermeister Niels Schmidt. „Nicht dass wir hinterher darüber diskutieren müssen, ob der Weg nicht doch falsch war.“ Schmidt sagte zu, bis zur Ratssitzung am 11. Juni Rückmeldungen von allen Beteiligten einzuholen. Das weitere Vorgehen solle im Bauausschuss beraten werden.

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