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Ansgariusweg in Wedel : Ärger um marode Container in der Notunterkunft

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Bewohner der Notunterkünfte am Ansgariusweg 17 kritisieren den schlechten Zustand der Bausubstanz.

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2016 | 10:00 Uhr

Wedel | Der Ansgariusweg 17 in Wedel. Dort steht eine der ältesten Notunterkünfte der Rolandstadt. Seit drei Jahren ist es das Zuhause von Bülent Oktay. Doch dem 36-Jährigen reicht es. Denn die Container sind in einem schlechten Zustand. In den Wänden klaffen Löcher. Der Schmutz vieler Jahre ist in alle Oberflächen eingezogen, der Badezimmerboden ist mit schwarzen Flecken übersät. Der Rolladen in der Küche – zerstört.

„Ich bin ja dankbar, dass ich hier wohnen darf“, betont der gebürtige Wedeler Oktay. Die Alternative wäre momentan die Obdachlosigkeit. Doch klaglos hinnehmen möchte er die Zustände dennoch nicht. Das Leben in der Notunterkunft ist keineswegs kostenlos. Jeden Monat zahlt Oktay 199 Euro Miete warm – oder ordnungsrechtliche Nutzungsentschädigung, wie es im Behördendeutsch heißt. Das Geld verdient er selbst, er arbeitet derzeit in Hamburg.

Das größte Ärgernis für den 36-Jährigen und seinen Flurnachbarn Dietmar Ohlsen (65) ist der Wasserboiler. Davon gibt es einen pro Haushälfte. Die Folge: „Sobald jemand im Container das warme Wasser benutzt, haben alle anderen keins mehr.“ Die Situation könne man den anderen Mitbewohnern aufgrund von Sprachbarrieren nicht immer vermitteln. Wer neu im Ansgariusweg ankomme, erhalte keine Hinweise zu solchen Besonderheiten. Aus den Löchern in den Zwischenwänden kämen außerdem Mäuse, die sich auch mal über Oktays Cornflakes-Schachtel hermachen würden.

„Die Stadt kümmert sich nicht um uns“, sagt der 36-Jährige. Trotz wiederholter Beschwerden bei den zuständigen Behörden sei nichts passiert. Von offizieller Seite käme das Argument, dass die Notunterkünfte nur eine vorübergehende Lösung für die Bewohner seien. Eine Heimat für wenige Monate. Dies entspreche nicht der Realität, so die beiden Männer. „Manche leben hier seit 24 Jahren“, so Ohlsen.

Aus den Löchern in den Wänden seien bereits Mäuse gekommen, beklagen die Bewohner. (Foto: Willuhn)
Aus den Löchern in den Wänden seien bereits Mäuse gekommen, beklagen die Bewohner. (Foto: Willuhn)
 

Auf Nachfrage bei der Stadt sagt Sprecherin Stefanie Bossen, dass der schlechte Zustand der Unterkunft bekannt sei. Eigentlich hätten die Container in diesem Jahr ersetzt werden sollen. Aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen habe man sich jedoch entschieden, die Unterkunft weiter zu nutzen. Bossen betont: „Rechtlich gesehen werden an Notunterkünfte deutlich geringere Anforderungen gestellt als an normalen Wohnraum.“ Es sei richtig, dass teilweise kein warmes Wasser aus den Duschen käme. Darüber habe sich allerdings erst ein Bewohner beschwert.

Grundsätzlich würden sich die Ansprechpartner bei der Stadt bemühen, bei Problemen Abhilfe zu schaffen. Dies gelte auch für die Ungezieferplage. Bossen: „Leider sind Mäuse in der Gegend Ansgariusweg aufgrund der eher ländlichen Lage immer wieder ein Problem.“ Bei konkretem Befall würden die Tiere bekämpft werden.

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