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Post von der Gemeinde : Ärger mit verwahrlosten Gräber in Heist

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Friedhofsausschuss hat jetzt die Verwahrlosung registriert. 61 der 380 Grabstellen sind betroffen.

Heist | „Das ist nicht länger hinzunehmen“, schimpft Ingrid Barthel. Die Heistmerin ist wütend. Das Grab ihrer Eltern, das sie gewissenhaft pflegt, liegt als blühende Oase inmitten von Wildnis und Gestrüpp. Giersch, Quäke und ungeschnittene Büsche von den Nachbargräbern drohen es zu überwuchern. Barthel hat den Kampf gegen die überbordende Natur und die Untätigkeit von zuständigen Angehörigen und Gemeindevertretern satt. Diesmal verhallt ihr Ärger nicht ungehört. Die Mitglieder vom Fachausschuss für Kleingarten, Friedhof und Wegeschau haben sich zu einer Begehung des Heistmer Friedhofs getroffen und nehmen ihre Beschwerde auf.

Die Ausschussmitglieder Wilfried Lockemann (CDU) und Kirsten Both (Bürgerliches Mitglied) haben sich auf die Begehung des gemeindlichen Friedhofs vorbereitet, alle 380 Grabstellen gesichtet und 61 vernachlässigte Parzellen entdeckt und dokumentiert – schriftlich und fotografisch. Die Angehörigen werden nun angeschrieben. Sie erhalten eine Frist, die Grabstellen in Ordnung zu bringen. Geschieht dies nicht, wird die Arbeit vergeben und in Rechnung gestellt.

„Es handelt sich um ein generelles Problem“, sagt Klaus-Dieter Redweik (SPD), der den Ausschuss seit zehn Jahren leitet. Viele Angehörigen haben wenig Zeit, sich um die Grabpflege zu kümmern. Zusätzlich entstehen zwischen den Gräbern mehr und mehr Brachflächen. „Die Begräbniskultur hat sich geändert“, so Redweik. Immer weniger Menschen entscheiden sich für eine Erdbestattung, immer mehr für eine Urnenbestattung.

Der Plan ist, den parkähnlichen Charakter des Friedhofs ausbauen und die Brachflächen in Grünflächen zu verwandeln. Der Rat hat Sondermittel genehmigt. Auf drei Jahre ist die Friedhofsverschönerung angelegt. So soll ein behindertengerechter, barrierefreier Seiteneingang zum Friedhof vom Parkplatz am Heideweg entstehen. Geplant sind eine Rampe, die mit Rollatoren, Rollstühlen und Kinderwagen zu nutzen ist, sowie eine Schwingpforte. Mit dem Umbau soll noch in den Sommermonaten begonnen werden.

Der Heistmer Waldfriedhof, der auf Wirken des Fachausschusses im hinteren Bereich eingerichtet wurde, wird immer häufiger nachgefragt und könnte bei Bedarf ausgedehnt werden. In Planung sind die Erneuerung der Einfassung des Bereichs für anonyme Urnenbestattung und die Fortsetzung eines Zauns, der hungrige Rehe fernhalten soll. Ferner ist vorgesehen, die Gedenksteine des Ehrenhains neu zu beschriften. Die Treppe, die vom Ehrenhain zum Hauptweg und zur Kapelle führt, wurde bereits neu und stolperfallenfrei verlegt.

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erstellt am 30.Jun.2016 | 14:00 Uhr

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