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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. November 2017 | 22:51 Uhr

Acht Variationen der Gretchenszene

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Das Theater Wedel präsentiert ab dem 9. Mai „Gretchen 89 ff.“, letztes Stück vor der Sommerpause

„Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“ Wer kennt sie nicht, die berühmte Gretchenfrage (Vers 3415) aus Goethes „Faust“. Das Werk des Dichters wird und wurde oft rezitiert. Viele Regisseure versuchten sich daran, „Der Tragödie erster Teil“ auf die Bühne zu bringen. Der Schlüsselmoment ist die Gretchenfrage. Und die gibt es in der neuen Inszenierung des Theaters Wedel „Gretchen 89 ff.“ gleich acht Mal zu sehen.

Das Stück aus der Feder von Lutz Hübner ist nicht das erste des Dramatikers, das in Wedel inszeniert wird. „Hübner ist vielen regelmäßigen Theaterbesuchern bekannt“, so Sabine Semprich, Pressesprecherin des Theater Wedel.


Es ist das Theater im Theater


So wurden bereits „Letzte Runde“ und „Herz eines Boxers“ in der Rolandstadt gespielt. Das wundert nicht: Hübner war bereits zur jüngsten Jahrtausendwende mit 751 Aufführungen seiner Stücke pro Jahr der meistgespielte Theaterautor der Gegenwart. Einzig und allein übertroffen von den Klassikern von Shakespeare – und eben Goethe.

Was die Zuschauer im Rosengarten 9 erwartet: In dem Stück wird die Szene, in der Gretchen den Schmuck – ein Geschenk von Dr. Heinrich Faust – findet und welche der Beginn ihres gesellschaftlichen Abstiegs ist, verschiedenen dargestellt. Es ist das Theater im Theater: Die Schauspieler präsentieren sich mal als arrogante Diva, mal als unbeholfener Anfänger und bedienen auch sonst einige Klischees. Es spielen Ben Bewersdorff, Andrea Speer, Krista Kniel und Gerhard Seel (Foto, von links). „Es gibt den Teil zu sehen, der sonst verborgen bleibt – mit all seinen Schwierigkeiten und der ungewollten Komik“, so Semprich.

Hübner präsentiert die Auseinandersetzung mit Gretchen von acht Regisseuren – gezeigt werden also acht verschiedene Herangehensweisen, acht verschiedene Typen und acht Interpretationen. „Ein amüsanter und spannender Blick hinter die Kulissen – direkt in die Probenarbeit“, sagt Semprich.

Ob die Theatermacher ihr Versprechen halten, davon können sich Zuschauer ab Freitag, 9. Mai, überzeugen. Nach dem Stück geht das Theater in die Sommerpause, der letzte Auftritt ist am Sonnabend, 5. Juli.

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