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Holm : Abschied: Werner Kühn geht in den Ruhestand

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Organist Werner Kühn spielte Sonntag zum letzten Mal im Gottesdienst in Holm. Offizielle Verabschiedung beim Erntedankfest.

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2014 | 14:15 Uhr

Holm | Werner Kühn war überrascht, als er auf seinen Abschied angesprochen wurde. Der Pianist und Organist spielte am Sonntag das letzte Mal beim Abendgottesdienst im Holmer Gemeindezentrum und wollte sich eigentlich still und leise in den Ruhestand verabschieden.

„Ich hatte mit einem offiziellen Segen beim Erntedankfest gerechnet und wollte gar nicht, dass es an die große Glocke gehängt wird“, erklärte der 69-Jährige. Auch Pastorin Susanne Schmidtpott, die nach drei Wochen Urlaub wieder den Abendgottesdienst leitete, war die Aufmerksamkeit für den zurückhaltenden Musiker unangenehm. „Ich habe ein wenig Ärger bekommen, weil öffentlich wurde, was noch nicht öffentlich sein sollte“, räumte die Geistliche ein und versprach eine offizielle Verabschiedung beim Erntedankfest.

Zu seinem letzten Gottesdienst hatte Kühn Verstärkung mitgebracht. An seiner Seite spiele Elke Hornig Querflöte. Ausgewählt hatten die beiden Musiker die Sonate g-Moll von Johann Sebastian Bach und „Cantilena“ von Francis Poulenc.

„Ich habe mehrere Pastoren verschlissen“, scherzte Kühn, der seit 1981 in Holm an der Orgel saß. Zunächst alle 14 Tage, dann jede Woche, nachdem der damalige Pastor Wassermann den wöchentlichen Gottesdienst ins Leben gerufen hatte. Holm war die zweite Anstellung des Musikers, der an der Kirchenmusikschule in Hamburg ausgebildet wurde und sein Konzertexamen ablegte. Der Weg zur Kirchenmusik war familiär vorgezeichnet, da sein Stiefvater Pastor in Wedel war.

„Ich bin alt genug für den Ruhestand“, resümierte Kühn und schob in seiner humorvollen Art nach: „Ich bin ja schon vier Jahre über der Zeit, und die Ruhe ist das Recht des Greises.“ Ganz Ruhe geben werde er aber nicht. Am Blankeneser Friedhof in Sülldorf wird er weiterhin spielen. Für ihn ein Heimspiel, da er in dem Hamburger Stadtteil wohnt. Zudem wird er sich seiner eigenen Orgelmusik widmen und eine CD im Tonstudio aufnehmen: „Darauf freue ich mich schon sehr.“ Im Notfall habe er in Holm bereits angeboten einzuspringen. Nur sonntags morgens könnte es eng werden, denn da hat der Organist feste Pläne: „Sonntags schlafe ich aus. Das steht fest.“

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