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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. Mai 2017 | 10:54 Uhr

Abschied von Wedels Waldfriedhof?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Bauausschuss Diskussion um marode Kapelle: CDU stellt Grundsatzfrage und fordert Prüfung einer möglichen Zentralisierung

Es war ein düsteres Bild, das Werner Ballendat, Vorsitzender des Friedhofsausschusses, im Bauausschuss von der Kapelle auf dem Waldfriedhof zeichnete: Bereits 2010 meldeten Gutachter Zweifel am Fortbetrieb an. Eine Luftschadstoffmessung in 2013 ergab Belastungen und den Schluss, dass dauerhafte Aufenthalte nicht mehr möglich sind.

Im Januar dieses Jahres dann sind bei einem Sturm Teile des Dachs heruntergekommen. Und Dachdecker hätten sich angesichts des Gesamtzustands geweigert, Angebote für eine Reparatur abzugeben. Bei Regenvorhersagen müsse man bereits überlegen, ob Trauerfeiern überhaupt stattfinden können. Ballendats Fazit: „Wir nähern uns dem Punkt, an dem wir ein Schild ‚Nicht nutzbar‘ aufstellen müssen.“ Das würde einen Sturm der Entrüstung geben, so seine Prognose. Die Kapelle sei aufgrund ihrer Lage und Bauform sehr beliebt.

Warum Politik und Verwaltung als Adressaten dieses Mängelberichts? Jens Zwicker, städtischer Fachdienst Gebäudemanagement, klärte auf. Zwar werde die Kapelle von der Kirche betrieben und auch unterhalten. Gebaut habe sie 1981 jedoch die Stadt. Übrigens als Provisorium. Und die Stadt wäre gegebenenfalls auch für den Ersatz zuständig. Es seien auch bereits Mittel dafür im Haushalt gewesen, jedoch im Zuge der Konsolidierung wieder rausgeflogen, so Zwicker. Helmut Thöm (FDP) fragte folglich nach einer Kostenaufstellung. Belastbare Zahlen gebe es nicht, entgegnete Zwicker, lediglich einen Überschlag, der von dem Bau in jetziger Dimension und damit rund 650  000 Euro ausgeht. „Weniger wird’s wohl nicht“, so Zwicker.

Ballendat gab zu bedenken, dass es nicht ausreiche, sich an dem Provisorium zu orientieren. Es fehlten etwa Toiletten, die in Containern auf dem Friedhof untergebracht werden mussten. Auch sei keine wirklich zumutbare Umkleidemöglichkeit für den Pastor vorhanden. „Bei einem Neubau sollte das bedacht werden“, so Ballendat.

Ulrich Kloevekorn (CDU) teilte diese Einschätzung offenkundig nicht. „Das Provisorium hat bisher ja gute Dienste geleistet“, so der Christdemokrat. Wenn alle Wünsche berücksichtigt würden, wäre man schnell bei einer Million Euro. Kloevekorn stellte vielmehr die Grundsatzfrage. Auf dem Friedhof Egenbüttelweg gebe es viele leere Grabfelder. Was, wenn man alles dorthin verlagern würde, dachte der CDU-Ratsherr laut. Was tatsächlich weniger gefragt werde, seinen Erdgrabstätten, so Ballendat. Immer häufiger würde die Urnenbestattung gewählt – und damit weniger Platz für die Grabfelder benötigt. Auch gebe es zunehmend Beerdigungen ohne Trauerfeiern. Trotzdem müsse man genau abwägen, ob man tatsächlich langfristig auf den Waldfriedhof verzichten könne. „Der Platz ist wahrscheinlich da auf dem Friedhof Egenbüttelweg“, so Ballendat, der zudem daran erinnerte, dass auch die Friedhöfe selbst in die Zuständigkeit der Stadt lägen.

Ausschusschef Thomas Grabau (Grüne) wollte die Diskussion mit der Bitte an die Verwaltung, eine Vorlage für den Ersatz der Kapelle zu fertigen, schließen. Kloevekorn jedoch ergänzte: „Vorrangig müsste geprüft werden, ob wir überhaupt zwei Friedhöfe in Wedel brauchen.“

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erstellt am 13.Mai.2017 | 16:00 Uhr

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