Abschied mit Herzen und Tränen

Schulleiterin Elsbeth Kruse und ihr Mann Hermann konnten die Tränen nicht verbergen, als sie durch das Herz-Spalier der Heistmer Schüler schritten.
Schulleiterin Elsbeth Kruse und ihr Mann Hermann konnten die Tränen nicht verbergen, als sie durch das Herz-Spalier der Heistmer Schüler schritten.

Heistmer Schulleiterin Elsbeth Kruse gestern in den Ruhestand verabschiedet / Kinder und Lehrer ehrten die Pädagogin

shz.de von
11. Juli 2015, 16:00 Uhr

Ein Abschied mit Tränen und Herzen: Gestern vormittag ist die Heistmer Grundschulleiterin Elsbeth Kruse (64) in den Ruhestand verabschiedet worden. Kinder, Eltern und Lehrerinnen hatten ein facettenreiches Musik- und Kulturprogramm zu Ehren der beliebten Rektorin zusammengestellt. Bürgermeister Jürgen Neumann (CDU) lobte: „Ihre Nachfolgerin tritt ein schweres Erbe an.“ Kruse war 26 Jahre an der Schule, leitete sie acht Jahre lang.

Kruse liebt das Plattdeutsche. Sie unterrichtete Kinder in ihrer Muttersprache, sogar während ihrer Freizeit. Kein Wunder also, dass die Klasse 4 ihr mit „De School geiht to Ind“ eine niederdeutsche Hommage brachte. Das Lied ging so sehr zu Herzen, dass eine Schülerin auf der Bühne ihren Tränen freien Lauf ließ und damit eine wahre Tränenflut auslöste, nicht nur bei Kruse, sondern auch bei zahlreichen Gästen, unter ihnen langjährige schulische Wegbegleiter, wie Rektoren aus den Umlandgemeinden.

Die scheidende Rektorin konnte stolz auf ihre Schützlinge und die Kollegen sein. Handgemachte Musik von Keyboard, Gitarre und Xylofon, fröhliche Gesangseinlagen mit selbstgedichteten Texten und Sketche. Die Gäste waren sichtlich beeindruckt ob der kreativen Vielfalt.

Die Sketch-Theater AG überraschte mit ihrem Beitrag „Die goldenen Matheregeln“. Kruse ist bekanntermaßen von der Mathematik beseelt. Die Kinder spielten eine typische Mathe-Stunde nach und bekamen dafür viele Lacher und Beifall. Die goldenen Regeln sind: „Struktur“, „Das Einmaleins muss man im Schlaf beherrschen“ und „Mit Spaß lernt man am Besten.“

Bürgermeister Neumann dankte in seiner launigen und kindgerechten Vier-Minuten-Ansprache für sechs Jahre gute Zusammenarbeit. „Allerdings habe ich anfänglich gedacht, sie sehen mich als Ihren Schüler“, gestand er verschmitzt. Symbolträchtig seine Gaben: eine Armbanduhr mit dem Heistmer Wappen, ein Gutschein für 26 Eiskugeln im örtlichen Eiscafé und eine CD mit dem Musiktitel „Heist heißt Heist, weil Heist Heist heißt“ von den „Wohnraumhelden“. Und dann erfüllte er sich noch einen persönlichen Wunsch: „Ich wollte schon immer mal eine Schulleiterin drücken.“ Sprachs, tat es und sorgte damit für Lacher und Beifall.

Ein ungewöhnlicher Beitrag mit dem Titel „Die Rede“ kam von den fünf Kolleginnen. Sie entführten ins Lehrerzimmer und unterhielten sich darüber, wie denn die Verabschiedung der Chefin vonstattengehen sollte. Die Zuhörer erfuhren so ganz nebenbei allerhand über die scheidende Schulleiterin – ganz ohne Rede und waren darüber begeistert.


Zum Schluss ein Segen


Einen kleinen Koffer packten Schulsozialarbeiterin Carmen Baldzun und Pastorin Vivian Reimann-Clause, in dem neben Taschentüchern, Pflastern und einem Müsli-Riegel auch eine Wasserflasche waren – alles Dinge, die verlässlich bei Kruse zum Einsatz kamen. Still wurde es in der Aula, als beide Kruse, einer gläubigen Christin, den Segen erteilten.

Schulrat Dirk Janssen bescheinigte Kruse höchste Energie. „Sie haben für Ihre Schule gekämpft und gestritten.“ Die Schulleiterin sei aber stets loyal gewesen und habe Dinge akzeptiert, die sie gern anders gehabt hätte, aber nicht umzusetzen waren.

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