Badebucht Wedel : 90-Meter-Rutsche wird saniert

Auch nach neun Jahren noch attraktiv: Die Wasserrutsche in Wedels Badebucht.
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Auch nach neun Jahren noch attraktiv: Die Wasserrutsche in Wedels Badebucht.

Baumängel in der Badebucht haben Feuchtigkeit in Boden und Wände getrieben.

shz.de von
22. Juli 2015, 10:00 Uhr

Wedel | Feuchtigkeit ist für jedes Haus von Übel – für Schwimmhallen darüber hinaus sogar eine ganz besondere Herausforderung. Einfach kräftig und regelmäßig lüften reicht dort nicht aus. In Bereichen, in denen mit viel Wasser umgegangen wird, bedarf es eines tadellosen Ablaufsystems und einer guten Lüftungsanlage.

Die Wedeler Badebucht zählt in ihrer gesamten Anlage mit Erlebnisbad, Saunabereich, Sommerbad und den dazugehörigen Sanitär- und Duschanlagen mehr als 280 Bodenabläufe. Die nehmen das Spritz- und so genannte Schleppwasser auch noch im entferntesten Winkel auf. Doch trotz flächendeckender Versorgung hatte die Schwimmhalle eigentlich von Beginn an Probleme mit diesen Abläufen, erklärt Badleiter Karsten Niß. Der Grund: konstruktive Baumängel, genauer gesagt nicht geeignete und nicht richtig verarbeitete Dichtungen. Die Folge: Feuchtigkeit, die in den Boden sickerte und schließlich irgendwann auch die Wände hoch zog.

Die Wedeler Stadtwerke als Träger der Badebucht setzten sich juristisch mit dem Generalunternehmer auseinander und erwirkten nach langen, zähen Verhandlungen im Sommer vergangenen Jahres einen Vergleich. Aufwändige Sanierungsarbeiten konnten daraufhin in Angriff genommen werden. Im Herbst ging es mit den Duschen im Saunabereich los. Im Dezember war das Erlebnisbad dran. Vor Weihnachten noch konnten die ersten Baumaßnahmen abgeschlossen werden. „Wir wurden fertig wie gewollt und waren auch summenmäßig im absoluten Plan“, erläutert Niß.

Im Januar begann die Vorplanung

Bereits im Januar begannen die Vorplanungen für die zweite Sanierungsphase, die Überarbeitung des Rutschenturms. Seit dem 1. Juni ist der 90-Meter-Röhrenkoloss gesperrt. „Diese Sanierung bereitet uns mehr Kopfzerbrechen“, berichtet der Badleiter. „Wir sind nicht völlig aus dem Zeitplan“, versichert er. Doch es werde wohl ein wenig länger dauern als bis zum anvisierten Wiedereröffnungstermin Anfang August. Auf der obersten Plattform des Turms mussten Fliesen hochgenommen und der Boden komplett mechanisch ausgetrocknet werden. Das habe länger gedauert als erwartet. Zudem sei das untere Rutschenlandebecken erheblich stärker beschädigt als angenommen. Auch dieses sei von Beginn an nicht richtig eingedichtet gewesen, erklärt Niß. Jetzt sorgt eine Fachfirma für den kompletten Abschluss.

Wird sowieso umgebaut, passt die Badebucht auch gleich die Lüftungsanlage an. So wird ein besseres Raumklima geschaffen, erläutert Niß. Zudem werden verrostete Geländerteile ersetzt. Die unvorhergesehenen Arbeiten verzögern zwar die Fertigstellung, möglicherweise um zwei Wochen. Von den Kosten her sei aber alles im Lot, betont der Badleiter.

Die Gäste seien mit den ersten Sanierungsmaßnahmen entspannt umgegangenen, lobt er. Und auch jetzt gebe es keine Klagen. Niß kann keinen Rückgang der Besucher verzeichnen. Während der Saunaarbeiten „haben wir die Planzahlen erreicht“. Und auch für den Juli sehe es sehr gut aus.

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