Wedel : 720.000 Euro für die Nordumfahrung

So sieht der geplante Trassenverlauf für Wedels Nordumfahrung aus.
So sieht der geplante Trassenverlauf für Wedels Nordumfahrung aus.

Wedel will die Entwurfsplanung unabhängig vom Bundesverkehrswegeplan ausschreiben. Keine Varianten vorgesehen.

shz.de von
11. Juni 2014, 16:00 Uhr

Wedel | Mit dieser Beschlussvorlage demonstriert Wedel, dass es der Stadt ernst ist mit einer zügigen Umsetzung der Verkehrsentlastung für die Altstadt: Statt zu warten, ob die Nordumfahrung tatsächlich gemäß der Anmeldung durch das Land erneut in den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) aufgenommen wird, sollen bereits jetzt die Ingenieursleistungen für die Entwurfsplanung ausgeschrieben werden. Kostenpunkt: Insgesamt 720.000 Euro bis 2015. Und zumindest für die Verwaltung ist klar: Eine Prüfung weiterer Varianten zur Trassenführung Autal, Breiter Weg, Pinneberger Straße sowie entlang der Voßhörntwiete zur Holmer Straße ist nicht vorgesehen.

Eben dies hatten Teile der Politik gefordert. Wie berichtet hatten Grüne flankiert von WSI Szenarien mit Alternativtrassen ausgemalt, bei denen Wedel bereits über die LSE weiträumig umfahren wird. Und darauf plädiert, die Entwurfsplanung erst anzuschieben, wenn die Nordumfahrung tatsächlich im BVWP steht. Die SPD dagegen hatte angeregt, Streckenverläufe zu finden, die zumindest die Pinneberger Straße ausklammern. Beides findet sich nicht in der Verwaltungsvorlage. Stattdessen gibt’s die Erklärung, warum schon jetzt Geld in die Hand genommen werden soll. Um nämlich mit Einzelmaßnahmen wie den Bau der S-Kurve Breiter Weg und der Erschließungsstraße im Altstadtnorden bereits unabhängig vom Stand des BVWP-Verfahrens beginnen zu können. Der Umfang der dazu erforderlichen Planungen und Gutachten entspreche denen für einen „Gesehenvermerk“. Den braucht es für die Nordumfahrung, wenn sie über den BVWP realisiert werden soll. Ziel ist folglich der Zeitgewinn.

Für Einzelmaßnahmen will die Stadt Förderanträge nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz stellen. Planungskosten und Mittel für die Umsetzung dieser Bauabschnitte müssten zunächst von der Stadt zur Verfügung gestellt werden. Anlieger würden gemäß Satzung für Ausbaubeiträge herangezogen. Wobei Bürgermeister Niels Schmidt auf Nachfrage erklärt: Die Ertüchtigung des bestehenden Straßennetzes auf Bundesstraßen-Niveau würde ohnehin nicht vom Bund, sondern von der Stadt finanziert. Der Bund würde lediglich für den Straßen-Neubau aufkommen. Der Bauausschuss entscheidet über die Vorlage am 19. Juni ab 18 Uhr in den Räumen der Stadtentwässerung, Rissener Straße 106.

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