40 Jahre Einsatz für die Natur

Gründungsmitglied Klaus Fliegel (von links), Stellvertreter Jörn Mohrdieck und Gruppenleiter Uwe Helbing erinnern sich an 40 Jahre Naturschutz.
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Gründungsmitglied Klaus Fliegel (von links), Stellvertreter Jörn Mohrdieck und Gruppenleiter Uwe Helbing erinnern sich an 40 Jahre Naturschutz.

Seit 1977 Wedels Nabu-Gruppe erfasst Brut-, Rast- und Zugvögel und kümmert sich um den Schutz von Fledermaus und Amphibien

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02. März 2017, 16:00 Uhr

Vor 40 Jahren schlossen sich Wedeler Naturfreunde zusammen, damals als Teil des Deutschen Bundes für Vogelschutz (DBV), um sich ehrenamtlich für Arten- und Naturschutz einzusetzen. Inzwischen heißen sie Nabu (Naturschutzbund Deutschland). Die Aufgaben, die sie sich vorknöpfen, sind komplexer geworden. Die Zahl der aktiven Mitstreiter ist auf 50 angestiegen.

Klaus Fliegel ist von Anfang an dabei. Gemeinsam mit Uwe Helbing, dem derzeitigen Wedeler Nabu-Gruppenleiter, und seinem Stellvertreter Jörn Mohrdieck nahm er das runde Jubiläum zum Anlass für eine Rückschau auf das Erreichte und einen Ausblick auf heutige Herausforderungen.

Ihr gemeinsamer Widerstand gegen die Trassenführung eines neuen Landesschutzdeichs war es 1977, der Hobby-Ornithologen und naturbegeisterte Wanderer zusammenbrachte. Sie klinkten sich bei den Hamburger Vogelschützern ein, die schon seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts regelmäßig Bestandserfassungen in der Wedeler Marsch vornahmen. Nunmehr stellten die Wedeler für verschiedene Vogelarten eigene Siedlungsdichte-Untersuchungen an, bewachten eine Reiherkolonie bei Haseldorf, führten Buch über die Wasserstände in der Wedeler und Haseldorfer Marsch und betreuten Storchenhorste.

Nach 1980 konzentrierten sich die Aktivitäten hauptsächlich auf das Gebiet um die von den Hamburgern gepachtete Kleientnahmestelle (KEST) Fährmannssand. Ein Wohnwagen ermöglichte ab 1981 kontinuierliche Betreuung. Dem folgte 1984 die Eröffnung des Hermann-Kroll-Hauses, heute Carl-Zeiss-Vogelstation. Das ließ eine noch intensivere Erfassung von Brut,- Rast - und Zugvögeln zu. „Jährlich im Herbst führen wir Mäh- und Pflegearbeiten auf den 15 KEST-Inseln durch und betreuen ganzjährig an den Wochenenden und Feiertagen die Besucher der Station“, resümiert Mohrdieck.

Auch außerhalb der Marsch gebe es schützenswerte Gebiete wie etwa das Autal, das Butterbargsmoor, die Holmer Sandberge und verschiedene Kiesgruben, ergänzen die drei Nabu-Sprecher. Auch hier zählen sie die Arten, achten auf Verstöße und betreiben Fledermaus- und Amphibienschutz, wie beispielsweise eine Amphibienleitanlage an Moorweg und Wespenstieg.

Sehr zufrieden äußerten sich die Naturschützer über das gute Verhältnis zur Stadtverwaltung und Politik sowie zu vielen Vereinen und Verbänden. Das erleichtere es der Nabu, auf Bauprojekte der Stadt Einfluss zu nehmen sowie erfolgreich Naturschutz im Bereich von Sportanlagen anzusiedeln. Als Beispiel stellten sie den Holmer Golfplatz heraus.

Wer sich für die Aktivitäten des Nabu interessiert, sollte mal bei einem Gruppenabend reinschnuppern, empfehlen Helbing, Mohrdieck und Fliegel. Die Treffen finden an jedem ersten Montag im Monat in der Kursana-Residenz, Gorch-Fock-Straße 4, statt. Beginn 19:30 Uhr.

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