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Wedel-Schulauer Tageblatt

21. Oktober 2017 | 14:49 Uhr

34 Bilder suchen den Dialog

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Vernissage Fritz Schade stellt im Reepschlägerhaus aus / Bilder und Holzschnitte in kräftiger Farbigkeit zeigen Liebe zum Detail

Eine Vernissage im Reepschlägerhaus, da wird es regelmäßig eng und die Besucher gehen miteinander unvermeidlich auf Tuchfühlung, selbst wenn das Fernsehen am selben Abend noch so entscheidende Fußballbegegnungen überträgt. So auch wieder Donnerstagabend, als die Kunstfans in der anheimelnden Kate zur Eröffnung der Fritz Schade-Ausstellung zusammenkamen. Die meisten schienen sich gut zu kennen. Überall großes Hallo mit stürmischen Umarmungen oder kräftigem Händedruck. Man war sofort im Gespräch.

Und auch in der Kunst an den Wänden, in den 34 Arbeiten von Schade, ging es um Kommunikation. „Malerei und Grafik im Dialog“, überschrieb der Hamburger Künstler seine Schau. Beim Betrachten wurde schnell klar, dass die Bilder ebenso für den Beschauer Geschichten parat haben.

Man muss eine Weile hingucken, denn sie erzählen oft recht Hintergründiges. Manchmal mit Humor. So wie die beiden gepanzerten Insekten, die sich an der Treppe gegenüber stehen. Kampfbereit oder in ehrfurchtsvoller Verneigung? Eher letzteres, wenn man dem Namen glaubt, den Schade diesem Werk gegeben hat: „Zwei Käfer einander in höherer Stellung vermutend“.

Oder geheimnisvoll wie „die Augen des Tages, der Nacht“. Die einen gehören einer Eule, die anderen einem Pfau. Beide sitzen sich auf einem Zweig gegenüber, ihre Blicke sind allerdings dem Bildbetrachter zugewandt.


Bevorzugte Maltechnik: Eitempera auf Bütten


Beide Beispiele zeigen: Es geht dem Künstler nicht um irgendein großes Ganzes. Seine Liebe gilt dem Detail, oft dem im Wasser oder zwischen Geröll Verborgenen. Erstaunlich häufig auch dem Genießbaren. Ein Bückling ist dabei, ebenso zwei Rollmöpse, ein Hering auf Rot und ein weiterer „schöner Fisch“. Ein besonders appetitliches Exemplar liegt an „König Midas’ Tafel“ zwischen Messer, Gabel und Zitronenscheiben auf dem Teller.

Alles strotzt vor kräftiger Farbigkeit. Eitempera auf Bütten ist die bevorzugte Maltechnik. Für Zeichnungen werden Blei- und Farbstifte benutzt. Die Holzschnitte sind mit bis zu fünf Platten bunt gedruckt.

Michael Packheiser hielt die Laudatio. Nicht seine erste. „Er ist mein Cheflaudator“, witzelte Schade. Seit vielen Jahren sind die beiden befreundet. Auf etlichen von Schades etwa 30 bisherigen Ausstellungen hielt der Leiter des Möllner Museums die Eröffnungsrede und zeigte sich dabei als einfühlsamer Kenner, zugleich mit Blick aufs Praktische: Sowohl für Drucke wie für Gemälde hatte er Werbespots in seine Lobesrede eingepasst.

Manche Gäste brauchten solche Anstöße gar nicht. Gabriele Winter aus Pinneberg zum Beispiel. Sie musste nur noch ihr Lieblingsbild finden. Dann wollte sie ihrer Kunstsammlung einen echten Schade hinzufügen.

 


>  www.reepschlaegerhaus.de


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