3000 Euro für GHS-Bücherei

Ratsbeschluss vom Dezember gekippt: Betrieb der Schulbibliothek in der Humboldt-Schule soll bis Jahresende weiterfinanziert werden

shz.de von
04. Juli 2015, 16:00 Uhr

Am 18. Dezember 2014 reduzierte der Wedeler Rat die halbe Stelle für die Betreuung der Schulbibliotheken auf 15 Stunden in der Woche. In der Gebrüder-Humboldt-Schule (GHS) wurde die Arbeit damit auf ein „administratives Mindestmaß“ reduziert. Für die Bücherei an der Schule bedeutete dies das faktische Aus für alle besonderen Aktivitäten. Der Bildungsausschuss entschloss sich jetzt, den Ratsbeschluss zurückzudrehen.Bis zum Jahresende soll die Bibliotheksarbeit wieder finanziert werden. Dann wird neu entschieden. Fachbereichsleiter Burkhard Springer versprach, die erforderlichen 3000 Euro im Budget umzuwidmen.

Andrea Koehn, Leiterin der Stadtbücherei, und GHS-Schulleiter Andreas Herwig hatten zuvor die Probleme der neuen Situation klargemacht. Schüler könnten keinen Internetführerschein mehr machen, spontane Recherchen während der Unterrichtszeit seien nicht mehr möglich, Neuanschaffungen würden nicht mehr katalogisiert werden. Koehn betonte, dass viele Jugendliche nur durch eine aktive Leseförderung an die Benutzung der Bibliothek herangeführt werden. Heidi Gahling (CDU) kritisierte die Rücknahme des Ratsbeschlusses: „Wir müssen Verlässlichkeit ausstrahlen.“ Sie würdigte die Arbeit der Stadtbibliothek, stellte aber die Überlegung an, ob Jugendliche nicht auch ohne gezielte Arbeit in den Schulen von der Einrichtung profitieren könnten. Petra Kärgel (Grüne) hielt dagegen: „Die heterogene Schülerschaft der GHS wird durch die Leseförderung auf einen guten Weg gebracht.“ Detlef Murphy (Linke) konterte Gahling: „Verlässlichkeit ist in diesem Fall nur eine Sekundärtugend.“

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