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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. August 2017 | 07:32 Uhr

Wedel : 30 Jahre Seniorenbeirat

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Vorsitzende Sigrun Klug hält eine selbstbewusste Rede. „Nehmen sie teil“, rät Ehrengast Henning Scherf.

Wedel | Die Zeit nahm sich Ehrengast Henning Scherf (SPD) bevor es losging mit der Feier zum 30-jährigen Bestehen des Wedeler Seniorenbeirats: Er begrüßte alle im Ratssaal Anwesenden persönlich per Handschlag – ohne Hast und mit einem freundlichen Wort für jeden. Damit lebte der ehemalige Bremer Bürgermeister genau das vor, wofür er später in seiner Rede eindrücklich eintreten sollte: Gemeinschaft und Teilhabe.

Erst einmal aber überbrachte Stadtpräsidentin Renate Palm (WSI) zu Beginn des Festakts Donnerstagvormittag die Grüße der Stadt. Und Vorsitzende Sigrun Klug gab einen kurzen Abriss über 30 Jahre Seniorenbeirat in Wedel. Die Interessenvertretung habe viel erreicht, resümierte sie. Und zählte als Beispiele auf: Tanztee seit nun schon 30 Jahren, regelmäßige Reinigung der öffentlichen Toiletten, Beleuchtung im S-Bahn-Bereich sowie den Anstoß für die mittlerweile selbstständig agierenden Hospitzgruppe und Zeitzeugenbörse.

„Wir sind nicht alte Schwätzer“, rief Klug und fügte kämpferisch an: „Wir wollen gehört und nicht überhört werden.“ Als Geburtstagskind wünsche sich der Seniorenbeirat auch etwas, bekundete die Vorsitzende forsch. Nämlich eine stärkere Teilnahme besonders an nichtöffentlichen Beratungen, an weiter gefassten Themen als den so genannten seniorenrelevanten und, dass der Seniorenbeirat auch wirklich Antworten auf seine Anfragen und Kritik bekomme. „Vor allem wünschen wir uns aber “, schloss die Vorsitzende, „dass wir nicht, selbst bei kleinsten Anregungen, immer hören müssen: ‚Dazu haben wir kein Geld‘.“ Das gab kräftigen Applaus aus dem Plenum.

Altbürgermeister Scherf hatte einen wichtigen Rat für die Festgesellschaft: „ Lassen Sie sich nicht zurückdrängen“, forderte er auf. „Stehen sie Mitten in der Gesellschaft und nehmen sie teil.“ Leben in Gemeinschaft mache es nicht nur reicher und wertvoller, sondern verlängere es auch. Eine Studie, die die Lebensumstände von Senioren untersuchte, die 110 Jahre und älter waren, habe nämlich ergeben: Sie lebten alle nicht allein, zumeist sogar in generationenübergreifenden Zusammenhängen.

Scherfs Tipp lautete deshalb: Bringen sie sich ein, suchen sie eine ehrenamtliche Tätigkeit, gehen sie dorthin, wo sie gebraucht werden. Möglichkeiten gebe es genug. Er beispielsweise lese regelmäßig in einer Grundschule vor, verriet der Altbürgermeister.

Auch für sein zweites Anliegen, neue altersgerechte Wohnformen, warb Scherf nicht nur. Der 76-Jährige lebt seit 27 Jahren in einem Mehrgenerationenhaus mit zehn Mitbewohnern zusammen. Im Alter drohe Einsamkeit, konstatierte Scherf: „Dagegen helfen neue Wohnkonzepte.“

Stadtpräsidentin Palm sah bei den Mitgliedern des Seniorenbeirats bereits ein großes Maß an Engagement und Ehrenamt gegeben: „Bitte beraten Sie weiterhin die Politik, treten Sie für Ihre Überzeugungen ein und bleiben Sie, wie Sie sind. Wir brauchen jeden einzelnen von Ihnen“, betonte sie.

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erstellt am 04.Okt.2014 | 10:00 Uhr

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