Klimaschutz in Wedel : 30.000 Euro als Ziel: Die Bürger sollen spenden

Die Wedelerinnen und Wedeler sollen sich mit einer Spende am Klimaschutz beteiligen.
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Die Wedelerinnen und Wedeler sollen sich mit einer Spende am Klimaschutz beteiligen.

Gehalt eines Klimaschutzmanagers soll durch Zuwendungen aus der Bevölkerung finanziert werden.

shz.de von
29. Juli 2015, 16:39 Uhr

Wedel | 30.000 Euro Spendengelder will der Wedeler Klimaschutzfonds einsammeln. Mit dem Geld würde die Rolandstadt den Eigenanteil für das Gehalt eines Klimaschutzmanagers auf drei Jahre finanzieren. Fonds-Vorsitzender Michael Koehn ist von  der Notwendigkeit der Aktion überzeugt: „Wir haben viel Zeit und viel Arbeit in das Klimaschutzkonzept gesteckt – wenn wir niemanden haben, der die Umsetzung koordiniert, wird das den Bach runtergehen.“

Das Konzept hatten Wedeler Bürger gemeinsam mit der Firma Baum 2014 ausgearbeitet, anschließend segnete es der Rat ab. Der Klimaschutzmanager soll die Pläne jetzt mit Leben füllen. Koehn: „Er soll technische  Maßnahmen im Stadtgebiet umsetzen und Fördertöpfe erschließen.“ Auch die Vernetzung mit anderen Klimaschutzmanagern ist erwünscht. In Elmshorn arbeitet Markus Pietrucha seit 2012 erfolgreich. Koehn betont: „Die Stadt hat gerade die Zusammenarbeit mit ihm verlängert und sein Budget verdoppelt.“ Für den Vorsitzenden des Wedeler Fonds ein Beweis dafür, dass sich die Sparmaßnahmen auch finanziell für Stadt und Unternehmen lohnen. Im Dezember 2014 hatten die Grünen beantragt, die Stelle aus städtischen Mitteln zu bezahlen. Die anderen Fraktionen lehnten diesen Vorstoß mit Hinweis auf die Haushaltslage ab.

Das Gehalt würde zu 65 Prozent vom Bundesumweltministerium übernommen werden. Koehn betont: „Nur eine neu geschaffene Stelle ist förderfähig.“ Würden die Aufgaben auf bereits vorhandene Rathausmitarbeiter verteilt werden, gebe es keinen Cent vom Bund. Der Klimaschutzfonds hofft jetzt auf Unterstützung von Wedeler Bürgern und Unternehmen. Ein Spendenkonto wurde bereits eingerichtet. Koehn rechnet vor: „Bei etwas mehr als 30.000 Einwohnern müsste jeder Wedeler im Jahr 30 Cent geben – dann wäre die Finanzierung gesichert.“ Der Klimaschutzfonds selbst werde sich ebenfalls über eine Spende beteiligen. „Wir können aber nicht einmal im Traum daran denken, die Position aus unserem Vermögen zu bezahlen.“  Koehn hält die Arbeit eines solchen Managers auch für einen weichen Standortfaktor. „Wenn sich Wedel ‚Stadt mit frischem Wind‘ nennt, sollte sie auch etwas für den Klimaschutz tun.“

Sollte das Geld zusammenkommen, stünde die Kandidatensuche an. Gesucht wird ein Bewerber mit dem nötigen technischen Wissen über die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen. Ebenfalls wichtig: Ein Händchen für Marketing und ein Gespür fürs Netzwerken.

Im Rathaus und in der Stadtbücherei hat der Klimaschutzfonds Spendenboxen aufgestellt. Für Zuwendungen ab 50 Euro wird eine Spendenbescheinung ausgestellt. Ab 100 Euro wird der Spender auf der Website des Fonds erwähnt. Ab 500 Euro gibt es ein „KlimaPartner“-Zertifikat. Das Spendenkonto bei der Stadtsparkasse Wedel hat die IBAN: DE25 2215 17300000078751. Verwendungszweck: Spende KS-Manager. klimaschutzfonds-wedel.de
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