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Wedel : 270 Gäste amüsierten sich beim „Roten Sofa“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Solider Grundstock für Flüchtlingsfonds: Launige Bekenntnisse auf der Couch. Spenden 12.025 Euro als Starthilfe.

shz.de von
erstellt am 05.Jun.2015 | 17:00 Uhr

Wedel | Nicht einmal zwei Stunden zuvor war NDR-Moderator Yared Dibaba noch live im „Dritten“ zu sehen – wenig später führte er durch die neunte Auflage von „DAS! Rote Sofa! im „Schuppen 1“ in Wedel. „Ich stelle fest, dass viele meiner heutigen Gäste eines mit mir gemeinsam haben: Wir sind fast alle Ossis. Sie kommen aus Berlin, Schlesien oder Pommern. Und ich aus Ostafrika“, sagte der 1969 in Äthiopien geborene Schauspieler, Moderator, Autor, Entertainer und Sänger unter dem tobenden Applaus der etwa 270 Gäste.

Hochkarätige Talk-Gäste warteten darauf, nacheinander von Dibaba aufgerufen zu werden, um sich nach einem vorausgegangenen musikalischen Stelldichein der Wedeler Turmbläser von dem ehemaligen Musik-Studenten des Hamburger Konservatoriums gehörig auf den Zahn fühlen zu lassen. In charmanter wie auch amüsanter Art und Weise.

Den Auftakt bildete Kult-Moderator Carlo von Tiedemann (71), der kaum wiederzuerkennen war. Er gab zu nach einem Schlüsselerlebnis binnen fünf Wochen mehr als zwölf Kilogramm abgenommen zu haben. „Als ein Fotograf mir sagte, er könne mich nur noch von vorne Ablichten, habe ich mir zum Ziel gesetzt, meine Genuss-Kugel zu verkleinern.“ Von Tiedemann gestand zudem Fehler in jüngeren Lebensjahren ein. „Drogen, Fremdgehen, Alkohol. Ich war ganz unten“, verriet der ehemalige HSV-Stadionsprecher.

Das Publikum im voll besetzten Schuppen 1 amüsierte sich. (Foto: Hoppe)
Das Publikum im voll besetzten Schuppen 1 amüsierte sich. (Foto: Hoppe)
 

In gewohnt elegantem Outfit gewährte als nächstes „Mrs. Tagesschau“ Dagmar Berghoff (72) einen Blick hinter die Kulissen der 20-Uhr-Tagesschau, die sie auf eigenen Wunsch zum letzten Mal am letzten Tag des vergangenen Jahrtausends moderierte. „Kurz vor Sendungsbeginn war die Hektik immer am größten. Türen klapperten, letzte Beiträge wurden eingereicht und Korrespondenten aus aller Welt warteten schon in den Schaltungen“, so Berghoff, die sich als Sprecherin als „Spitze eines gewaltigen Eisbergs“ verstand. „Da musst du cool bleiben“.

Mit den Themen Kirchenasyl und Homo-Ehe konfrontierte Moderator Dibaba Hans-Jochen Jaschke, Weihbischof des römisch-katholischen Erzbistums Hamburg. Der Kirchenmann sprach sich für homosexuelle Lebenspartnerschaften aus, sah jedoch die Ehe zwischen Mann und Frau ganz klar „als etwas anderes“ an. Auch in Zukunft solle die Möglichkeit eines Kirchenasyls unter Beachtung der Rechtsordnung gewährt werden, betonte Jaschke.

Mit seiner Figur Werner Mommsen strapazierte Puppenspieler Detlef Wutschik zu guter Letzt gehörig die Lachmuskeln der Gäste, die zur Freude von Wedels Rotary-Chef Reinhard Petersen und Bürgermeister Niels Schmidt bis zum Ende des Abends 12    025 Euro spendeten. Das Geld legt den Grundstock für den Fonds „Hilfe, wo es Not tut“, der Flüchtlinge in Wedel unterstützt. „Diese Veranstaltung war nur der Startschuss“, so Petersen. Er hofft auf viele weitere spendenbereite Menschen in der Rolandstadt.  

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