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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. November 2017 | 22:29 Uhr

23-mal steht eine Eins vor dem Komma

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Abitur JRG Wedel entlässt 86 Absolventen

shz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 16:00 Uhr

„Drei Tage mündliche Prüfungen, acht Jahre Gymnasium, zwölf Jahre durchmuggeln. Jetzt ist es geschafft“, griff Bertram Rohde, Leiter des Johann-Rist-Gymnasiums (JRG) Wedel, in seiner Abschiedsrede das Motto der Abiturientia auf: „Abi Potter – zwölf Jahre durchgemuggelt“. „In den letzten Tagen hätten Sie sich sicherlich einige Zauberkräfte wie Harry Potter gewünscht – und einige hätten sie gebraucht“, sagte Rohde.
Das galt für Charlotte Oldenburg nicht. Mit der Note 1,4 gehörte sie zu den 23 Schülern am JRG, bei denen in diesem Jahr eine Eins vor dem Komma stand. Nun soll ein Studium der Molekularen Medizin folgen. Ausgebildet in diesem Studium werden primär Forscherinnen und Forscher ohne Patientenkontakt, jedoch keine praktizierenden Ärztinnen und Ärzte. „Ich glaube das liegt mir“, sagte Oldenburg. Auch Laura Noack hat sich für ein Studium entschieden: Physik. Julia Auge rief in diesem Moment dazwischen: „Und ich allgemeine Ingenieurwissenschaften.“ Ihr Notenschnitt? „Das bleibt mein Geheimnis“, sagt die Abiturientin. Auch der Grund für das Studium ist nicht ganz klar. Alle drei zucken die Schultern und einigen sich: „Das klingt einfach interessant und das lag uns.“

Der Weg dahin – vor allem die letzten Schritte – war schwer. Wie sie sich vorbereitet haben? „Mit lernen und Karteikarten“, erläuterte Oldenburg. Noack ergänzt: „Mit Freunden treffen, damit man wirklich anfängt zu lernen.“ Das hat funktioniert? „Eigentlich nicht. Irgendwie haben wir dann schnell andere Sachen gefunden, die auch interessant sind“, so Noack.


Der letzte Jahrgang mit G  8?


Doch scheinen die Rist-Abiturienten generell sehr konzentriert bei der Sache gewesen zu sein. 86 Schüler erhielten am Donnerstagabend ihre Reifezeugnisse. „Ich beobachte das ja schon seit einigen Jahren und kann feststellen, dass Sie zum oberen Drittel gehören“, ordnete Oberstufenleiter und Mathematiklehrer Peter Lück den Notenschnitt von 2,37 ein. Jan Nicklaus und York Frerks erreichten die Traumnote 1,0. Clara Otte wurde für ihren Schnitt von 1,2 geehrt.

„Unser Gymnasium ist kein Crashkursus Überlebenstraining“, schlug Rohde zum Abschied auch ernste Worte an. Und auch einen Seitenhieb in Richtung der neuen Koalition im Kieler Landtag konnte er sich nicht verkneifen. „Ihr seit vielleicht der letzte Jahrgang, der sein Abitur in acht Jahren ablegt“, sagte Rohde und griff das Abimotto um den Zauberlehrling Harry Potter noch einmal auf: „Die Muggel in Kiel arbeiten ja schon wieder an einem Abitur in neun Jahren. Aber daran denken wir heute nicht mehr, sondern erst ab morgen.“


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