15 Millionen für Wedels Schulen

Fachgremien bringen Mega-Paket auf den Weg

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08. Juni 2019, 16:00 Uhr

Wedel | Unterstufentrakt-Ersatz und Erweiterungsbau für das Johann-Rist-Gymnasium (JRG), Anbau für die Gebrüder-Humboldt-Schule (GHS), Ersatz- und Erweiterungsbau für die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) und der Umbau des Sportplatzes der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (EBG) zum aktiven Pausenhof mit Sportanlage: Es war ein gewaltiges Maßnahmen-Paket, das Bildungs- und Bauausschuss am Donnerstagabend für Wedels Bildungslandschaft auf den Weg gebracht haben. Gut 15 Millionen Euro stehen hinter den Entscheidungen – und das in Zeiten, in denen sich Wedel erneut seine nächsten Haushalte in Kiel absegnen lassen und somit mit empfindlichen Kürzungen bei der Neuverschuldung für Investitionen rechnen muss.

Für Verwaltung und Politik war es dennoch keine Frage, ob, wohl aber wann geplant und gebaut werden soll. Jedenfalls was die Großprojekte JRG und GHS angeht. Schnell zeichnete sich dabei ab: Die von der Verwaltung favorisierte Verschiebung des GHS-Anbaus zu Gunsten des JRG würde keine Mehrheit finden. „Keine Priorisierung“, hieß es immer wieder von Seiten der Fraktionen. Richtig, keine Schule ist wichtiger als eine andere, verteidigte Bürgermeister Niels Schmidt den Stadt-Vorschlag. Beim JRG aber seien die von maroden Decken betroffenen Klassen bereits geräumt und Container aufgestellt, die jährlich 240 000 Euro kosten. Bei der GHS dagegen müsse der 68er-Trakt, der ersetzt werden soll, erst leergezogen werden. Eine zeitgleiche Planung sei machbar, so Schmidt. Aber er könne sich aus Kapazitäts- und finanziellen Gründen nicht vorstellen, dass Wedel beides zeitgleich baut. Dennoch gab’s ein deutliches Ja für den Grünen-Antrag, GHS- und JRG-Bau parallel durchzuführen.

Klar war auch das Votum für die Bauvariante, die JRG-Leiter Bertram Rohde favorisierte. Ein zweigeschossiger Neubau mit 21 Klassen und Nebenräumen als Ersatz des jetzigen Unterstufentrakts, für den der Hamburger Architekt Jan Braker 7,5 Millionen Euro veranschlagt hatte. Rohde plädierte indes auch für eine Option, ein weiteres Geschoss draufsatteln zu können. SPD wie auch Grüne erhoben dies zum Antrag – letztere in konsensfähiger Formulierung: einstimmig beschlossen.


Guzielski-Entwurf für GHS setzt sich durch

Für die GHS hatte neben Braker auch Gernot Guzielski einen Entwurf vorgelegt. Der Wedeler Architekt zeichnete zuletzt für den GHS-Anbau am Rosengarten-Flügel verantwortlich – eine Referenz, die deutliches Pro-Argument für die Befürworter war. Dazu zählte auch die GHS selbst, wie der stellvertretende Leiter Joachim Feldmann verdeutlichte. „Wir kennen Herrn Guzielski, sind mit den von ihm geplanten neuen Räumen sehr zufrieden“, so Feldmann. Zudem dürfe der Schulhof „auf keinen Fall kleiner werden“. Wie beim Braker-Entwurf.

Die CDU favorisierte ihn trotzdem. Er biete eine größere Flexibilität bei der Raumgestaltung , koste keine Parkplätze und berücksichtige die Fahrradabstell-Situation. Sie blieb mit ihrer Meinung allein. Alle übrigen Fraktionen stimmten für Guzielski – wobei Schmidt betonte, es sei wie beim JRG lediglich die Entscheidung für ein Konzept, auf dessen Grundlage die Planungsleistung europaweit ausgeschrieben werden müsse.

Ohne Dissens und Diskussion gibt die Entscheidung für den ASS-Anbau. Einstimmig wurde der Neubau eines zweigeschossigen Trakts mit acht Klassen und zwei Nebenräumen als Ersatz für den Klassentrakt im Südwesten von 1962 beschlossen. Kostenkalkulation: 2,14 Millionen Euro. Wedel malt sich dabei Chancen auf eine Förderung von bis zu 50 Prozent aus. Ebenfalls einstimmig: das Ja zum Umbau des Sportplatzes an der EBG. Hierfür sind rund 1 Million Euro veranschlagt.

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