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BusinessPark in Wedel : 140.000 Quadratmeter fertig saniert

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Gestern rollte der letzte Lkw von der Megabaustelle - jetzt ist erst einmal Pause bis Mitte 2014.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2013 | 06:00 Uhr

Das alte Raffineriegelände von MobilOil am Elbufer direkt neben der Stadtgrenze zu Hamburg: Mit seinen Ölrückständen und Kampfmittelresten im Boden stand es noch vor wenigen Jahren als einer der größten Sanierungsfälle des Kreises Pinneberg ganz oben auf der roten Liste der Naturschutzbehörde. Das ist Vergangenheit.

Wenn es heute Bedenken bezüglich des Areals an der Ecke Tinsdaler Weg/Grenzweg gibt, sind sie anderer Natur. Etwa ob sich der gefährdete Flussregenpfeifer, der zwischenzeitlich dort brütete, am Ende nicht doch etwas zu heimisch fühlt. Oder ob sich in den kleinen Biotopen geschützte Arten ansiedeln. Nachtkerzenschwärmer fühlen sich bereits wohl auf dem Elbhochufer-Gelände. Was diese Falter angeht, hat Wedel indes bereits an zuständiger Stelle geklärt: Sie werden dem nicht im Wege stehen, was dort entstehen soll: der BusinessPark Elbufer. Gestern hat die Stadt mit einem symbolischen Akt einen Meilenstein dafür markiert: die vollständige Sanierung des 140 000 Quadratmeter großen Hauptgeländes.

21 Monate Arbeit auf dem rund 15 Fußballfelder umfassenden Gelände. Fast zwei Jahre, in denen 300 000 Kubikmeter Erde bewegt wurden – 100 000 wurden entsorgt, 200 000 neu angeliefert und aufgeschüttet. Dazu waren rund 18 500 Lkw-Fahrten notwendig. Gestern nun rollte der letzte Laster von der Mega-Baustelle.

Zwei Flächen sind noch immer verschmutzt
 

Für Nachtkerzenschwärmer und Co. wie auch für die Anlieger an der Lkw-Strecke bedeutet dies: Jetzt kehrt erstmal Ruhe ein. Vor Juni 2014, so Jörg Amelungs Prognose, wird nicht weiter saniert. Denn, so erklärt der Projektverantwortliche und Fachbereichsleiter Innerer Service der Stadt Wedel: Zunächst muss klar sein, was vor allem mit dem Dreh- und Angelpunkt der städteplanerischen Gestaltung des Gewerbegebiets passieren soll – mit dem Hafen.

Zwei stark kontaminierte Flächen gilt es dort noch zu bereinigen – vorher muss jedoch die Politik entscheiden, ob der Hafen wieder nutzbar gemacht oder zugeschüttet werden soll. Rund 3,5 Millionen Euro liegen zwischen diesen beiden Optionen, so Amelung. Allerdings gibt es auch zwei Interessenten, die den Hafen beleben und ein maritimes Gewerbezentrum dort ansiedeln möchten (wir berichteten). Im November will die Verwaltung den Fraktionen eine entsprechende Vorlage geben.

Apropos Millionen: Wie teuer die Sanierung insgesamt ist, wollte Amelung nicht sagen. Nur so viel: Der Finanzrahmen stehe und auch das Ziel, eine voll erschlossene Fläche zu erhalten, ohne einen Euro an Steuergeldern zu bezahlen. Wie berichtet hat Wedel von Exxon als Vorbesitzer die Fläche inklusive Sanierungs-Mitgift übernommen und den Mineralöl-Konzern dafür von allen Haftungen entbunden. Nach Tageblatt-Informationen lag die kalkulierte Gesamtsumme für die Sanierung, die Exxon bereits begonnen hatte, bei 30 Millionen Euro.

Einen Teil davon wird Wedel in Rücklagen stecken müssen. Wie Bauingenieur Arne König erklärt, konnte die Kampfmittel-Sondierung nicht wie geplant über die Bühne gehen. Grund waren zu viele Eisenanteile im Boden. Bedeutet für künftige Erwerber: Sie müssen eine etwaige Beseitigung von Kampfstoffen bei ihren Bauvorhaben einkalkulieren. Gezahlt wird das allerdings von der Stadt, so Amelung. Er rechnet damit, dass Mitte 2015 die ersten Gewerbebauten im BusinessPark entstehen.

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