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Wedel-Schulauer Tageblatt

13. Dezember 2017 | 01:12 Uhr

Wedel : 1200 Bürger gegen Bücherei-Sparkurs

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Förderverein überreicht Unterschriftenliste. Schmidt: „Noch ist nichts entschieden.“

shz.de von
erstellt am 23.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Wedel | „Wir möchten jede dauerhafte Kürzung des Leistungsangebots verhindern“: Mit diesem Statement hat der Förderverein der Stadtbücherei Wedel um Unterstützung geworben. Er hat sie bekommen. Knapp 1200 Nutzer haben binnen drei Wochen unterschrieben – und das mitten im Sommerferien-Loch. Gemeinsam mit Pressesprecher Ulrich Bohling hat Fördervereinsvorsitzende Antje Alpers die Liste an Bürgermeister Niels Schmidt übergeben.

„Wir wollten ein Zeichen setzen“, sagt Alpers. Das kommt nicht von ungefähr. Ab 1. September reduziert die Bibliothek im Rosengarten ihre Öffnungszeiten von 35 auf 28 Wochenstunden. Montag und Mittwoch bleibt sie bis auf Weiteres ganz geschlossen. Auf Grund von Personalmangel, wie auf der Unterschriftenliste zu lesen ist. Ein temporäres Phänomen, erläutert Schmidt auf Nachfrage: Zwei Mitarbeiterinnen seien in den Ruhestand gegangen, eine längere Fehlzeit sei gesundheitlich begründet.

Dennoch schrillen beim Förderverein die Alarmglocken. Bekanntlich steht die zweite strikte Sparrunde ins Haus, bei der auch die Stadtbücherei auf den Prüfstand kommt. Die Befürchtung: Aus dem zeitlich begrenzten könnte ein Dauerzustand werden, wenn der Rotstift beim Bücherei-Budget angesetzt wird.

Auch der Deutsche Kulturrat ist besorgtNoch ist davon keine Rede, sagt Schmidt. Die politische Diskussion in den Fachausschüssen stehe noch aus. Sollte die Politik dort zu dem Schluss kommen, auf Kürzungen bei der Bücherei zu verzichten, bleibe alles beim Alten. Dem Alten vor der Öffnungszeiten-Reduzierung, wohlgemerkt. Denn laut Schmidt seien bereits befristete Verträge für die Nachbesetzung beider Stellen unterschrieben.

Vakanzen, Einarbeitungszeiten, geplante Auszeiten: Anfang 2015 wird das nach jetzigen Stand kein Thema mehr sein und das Öffnungszeiten-Rad könnte zurückgedreht werden, so Schmidt. Nach seinen Angaben hat die Stadt in 2013 rund eine Million Euro Defizitausgleich für den Bücherei-Betrieb gezahlt. 855.000 Euro sind für 2014 angesetzt.

Der Verwaltungschef hat dem Förderverein zugesagt, die Politik über die Unterschriften-Aktion zu informieren und den Fraktionen Einblick in die Listen zu gewähren. Rund 200 Unterzeichner haben laut Vereins-Vorstand ihre Meinungsbekundungen auch kommentiert.

Nicht allein 1200 Bürger und der Förderverein sorgen sich indes um Wedels Bücherei. Gestern meldete die Deutsche Presseagentur (dpa), dass der Deutsche Kulturrat   die städtische Bibliothek auf seine Rote Liste bedrohter Kultureinrichtungen gestellt hat. Grund dafür seien Sparzwänge der Stadt. Mit der Liste macht der Dachverband auf Kultureinrichtungen aufmerksam, die beispielsweise durch Sparzwänge um ihre Zukunft fürchten.

Ab 1. September gelten  folgende neue Öffnungszeiten - Montag: geschlossen, Dienstag: 10 bis 18 Uhr; Mittwoch: geschlossen; Donnerstag: 10 bis 19 Uhr; Freitag: 10 bis 18 Uhr; Sonnabend: 10 bis 13 Uhr. www.stadtbuecherei-wedel.de
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