Brunsbüttel : Video: So schön matschig war die Wattolümpiade 2015

Das „olümpische Feuer“ brennt, die „Wattlethen“ stürzen sich in den Schlick. Das war die Wattolympiade in Brunsbüttel.

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12. Juli 2015, 10:06 Uhr

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Schlammiges Wochenende in Brunsbüttel: Rund 400 „Wattsportler“ aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland warfen sich am Sonnabend zur „Wattolümpiade 2015“ im Kreis Dithmarschen in den Elbschlick. Die Spaßsportler trafen sich zum elften Mal zu den „schmutzigen Spielen für eine saubere Sache“. Insgesamt 42 Teams erfreuten sich und die Zuschauer mit schrägen Sportarten wie Wattfußball, Watthandball und Wattwolliball sowie dem Schlickschlittenrennen. 

In den vergangenen Jahren nahmen an den Wattolümpiaden nach Angaben der Organisatoren insgesamt rund 4000 Watt-Sportler aus 17 Nationen teil. Mehr als 40.000 Besucher kamen in dieser Zeit, um die Wettkämpfe zu verfolgen. Mittlerweile stößt die Brunsbütteler Wattolümpiade auch international auf Interesse: Fernseh- und Radioteams reisten in den vergangenen Jahren unter anderem aus Australien, Thailand und Belgien an.

Das Erscheinungsbild der Mannschaften war für Sportler und viele Zuschauer genauso wichtig wie der Sprung in den Matsch. Schon der Einlauf der Wattlethen war ein Show-Lauf mit genau ausgearbeiteter Choreographie. Die „Männer vom Fluss“ kamen in einer überdimensionalen Bierkiste, „The Schlick Stones“ marschierten zu den Klängen von „Also sprach Zarathustra“ ein, während die gemischte hessische Mannschaft „Mainhattan Shriners And Friends“ aus dem Raum Frankfurt die Brunsbütteler mit heißen Bauchtanz-Einlagen erfreute.

Mit den „Berliner Wattzebras“ hatte auch die Hauptstadt ein Team an die Elbmündung geschickt. Mit den „Raclettis“ war erstmals auch ein Team aus der Schweiz unter den Teilnehmern, wie Wettkampfleiter Oliver Kumbartzky sagte. Die 24-jährige Sünje aus Hamburg habe Schweizer Freunde überredet, bei der Schlammschlacht mitzumachen. „Geil aussehen zählt mehr als sportliche Erfolge“, rief ein Wattleth.

Allerdings versank nach Sekunden alles unter einer braunen Schlickschicht, wie die Fotos beweisen.

Im Schlick fällt dieser Teilnehmer gar nicht weiter auf.
dpa
Im Schlick fällt dieser Teilnehmer gar nicht weiter auf.
 

Da die 35.000 Quadratmeter große Wattkampf-Arena bei Flut weitgehend unter Wasser steht, kann das schräge Turnier nur bei Ebbe stattfinden. Nach vier Stunden wird die Schlamm-Schlacht grundsätzlich von der Tide wieder beendet.

Wattolümpiade Brunsbüttel 2015
dpa

Während der Wattolümpiade feuerten tausend Besucher vom trockenen Deich aus die Sportler im feuchten Schlick an. Das schräge Spektakel dient jedoch nicht nur der Belustigung der Teilnehmer und ihrer Fans und Zuschauer. Mit den Einnahmen unterstützen die Watt-Sportler die schleswig-holsteinische Krebsgesellschaft. Bislang kam mehr als eine viertel Million Euro zusammen, sagte Sprecher Oliver Kumbartzky. Die Brunsbütteler Wattolümpiade wird nach Angaben der Veranstalter ausschließlich ehrenamtlich organisiert.

Auf Wunsch vieler Teilnehmer fand die Wattolümpiade erstmals seit 2004 wieder an einem Samstag statt. „Das erleichtert vor allem den Weitgereisten die Teilnahme, da sie sich sonntags erholt auf die Heimreise machen können“, sagte Kumbartzky. In diesem Jahr soll das Geld unter anderem an das neue Krebsberatungszentrum Westküste gehen. Die Einrichtung wurde im Juni in Brunsbüttel eröffnet und bietet Krebskranken sowie deren Angehörigen eine Anlaufstelle.

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