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In Dithmarschen : Vergifteter Seeadler - Schon der sechste in diesem Jahr

vom
Aus der Onlineredaktion

Vermutlich ein vergiftetes Beutetier wurde einem Seeadler zum Verhängnis. Dabei sind die Tiere streng geschützt.

shz.de von
erstellt am 29.Dez.2015 | 16:13 Uhr

Eekholt | In Schleswig-Holstein ist erneut ein Seeadler vergiftet worden. Er starb an einer Zinkvergiftung. „Wahrscheinlich hat er ein vergiftetes Beutetier gefressen“, sagte am Dienstag der Geschäftsführer des Wildparks Eekholt, Wolf-Gunthram Freiherr von Schenck.

Über ein Viertel der Seeadlerpfleglinge, die in den letzten 15 Jahren in Schleswig-Holstein aufgegriffen wurden, waren vergiftet. Doch nicht nur für Wildtiere, sondern auch für Haustiere und Menschen kann Gift in der Natur gefährlich werden.

Der Adler war erst in diesem Sommer geschlüpft. Er wurde am 18. Dezember nahe Nordhastedt im Kreis Dithmarschen aufgegriffen. Er konnte nicht mehr fliegen. Durch das Gift war der Verdauungstrakt des Adlers so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass er kurze Zeit später verendete.

In Dithmarschen sind damit in diesem Jahr bereits sechs Seeadler vergiftet worden: Im Juni war in einem Revier bei St. Michaelisdonn eine Seeadlerfamilie Opfer eines Giftanschlags geworden. Die streng geschützten Tiere waren mit dem in der EU verbotenen Pflanzenschutzmittel Mevinphos vergiftet worden.

Zinkvergiftungen werden unter anderem durch die Aufnahme von Wühlmausgift (Zinkphosphid) ausgelöst. Erst Anfang November waren nahe Wismar rund 150 Wildgänse an diesem Gift verendet, das ein Landwirt unsachgemäß ausgebracht hatte. „Auch im Fall des Adlers liegt es nahe, dass er Zinkphosphid aufgenommen hat“, sagte von Schenck.

 

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