zur Navigation springen

Krematorium : Zwölf Einäscherungen pro Tag in Tornesch

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sie äschern täglich zwölf bis 16 Menschen ein. Das dreiköpfige Team des Tornescher Krematoriums arbeitet im Drei-Schicht-Betrieb von 4 bis 21 Uhr. Pro Jahr nehmen sie 2500 bis 3000 Feuerbestattungen vor.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2014 | 21:03 Uhr

Das Krematorium ist eines von fünf in Schleswig-Holstein. Die Einrichtungen in Ahrensburg, Tornesch, Lübeck und Kiel sind privat organisiert; die letzteren drei in der Feuerbestattungen Schleswig-Holstein (SH) GmbH. In Flensburg betreibt die Stadt die Feuerbestattungen.

Die Nachfrage steigt. Vor 20 Jahren wurden nach Angaben der Forschungsgruppe Weltanschauungen bundesweit knapp 36 Prozent der Gestorbenen eingeäschert. Inzwischen ist der Anteil auf 54,5 Prozent gestiegen, berichtet der Bundesverband Deutscher Bestatter. „Angesichts der Grabpflege ist das für viele Menschen der einfachere Weg“, sagte Heiko Schändel, Betriebsleiter des Tornescher Krematoriums, am Tag der offenen Tür.

Das Interesse an den Führungen ist seit der ersten vor neun Jahren ungebrochen hoch. Rund 300 Besucher nahmen am Sonnabend teil. „Wir merken in Gesprächen: Das sind Menschen, die jemanden verloren haben oder verlieren und sich informieren wollen“, sagte Schändel.

Klaus-Peter Paulsen, Vorsitzender von Feuerbestattungen SH, und er erläuterten den Besuchern die Stationen der Feuerbestattung. Ein Mensch darf frühestens 48 Stunden nach dem Ableben eingeäschert werden. Ein Amtsarzt muss die Arbeit des Kollegen, der den Totenschein ausgestellt hat, kontrollieren. Denn Untersuchungen zur Todesursache können zwar nach einer Bestattung im Sarg erfolgen, aber nicht nach der Einäscherung. In Tornesch nehmen Rechtsmediziner die Überprüfung vor.

In einem Abschiedsraum können die Angehörigen eine Trauerfeier abhalten. Die anschließende Einäscherung erfolgt in zwei Schritten: 60 bis 70 Minuten lang bei bis zu 1000 Grad Celsius und dann 45 Minuten lang bei 650 Grad.

Nach der Abkühlung werden die magnetischen Bestandteile entfernt. Das Krematorium verkauft sie und spendet den Erlös für den guten Zweck. Vor der Verfüllung in eine Urne wird die Asche mechanisch auf fünf bis acht Milimeter zerkleinert. Um die Identifikation des Toten zu ermöglichen, wird ein Schamottstein mit einer Nummer in das Gefäß gelegt. Mit der Versiegelung der Urne beginnt die Totenruhe.

Schändel betonte, dass in Schleswig-Holstein die Beisetzungspflicht bestehe. Die Angehörigen dürften die Urne nicht mit nach Hause nehmen. Die Asche sei zudem per Gesetz nicht teilbar.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert