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Ats-Suchtberatungsstelle : Zwischen Mitgefühl und Grenzen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Regelmäßig lädt die Suchtberatungsstelle Tornesch-Uetersen zu öffentlichen Fachtagungen ein, die sich mit speziellen Themen rund um die Sucht beschäftigen und sich an alle wenden, die berufliches oder privates Interesse an Informationen zu Suchterkrankungen und deren Folgen haben.

In der Fachtagung am Donnerstag, dem 17. November, geht es um „Co-Abhängigkeit und den Umgang mit der Realität in suchtbelasteten Familien“. Denn die Folgen einer Suchterkrankung treffen in der Regel alle Familienmitglieder. Und da sich eine Abhängigkeit schleichend entwickelt, bemerken Angehörige oft lange nicht, dass ihre Bemühungen zu helfen das Suchtverhalten des Betroffenen nur indirekt unterstützen beziehungsweise verlängern.

In Fachkreisen wird von „Co-Abhängigkeit“ gesprochen und gemeint sind damit alle typischen Verhaltensweisen von Bezugspersonen eines Suchtkranken, die das süchtige Fehlverhalten unterstützen. „Angehörige sind nicht nur Mitbetroffene, sondern sie befinden sich häufig selbst in einer Abhängigkeit im Zusammenleben mit dem Süchtigen“, so Andreas Janke, Teamleiter der ATS-Beratungsstelle Tornesch-Uetersen. Leidtragende in diesem System seien immer auch die Kinder, betont Ronja Plew, Leiterin der Fachstelle „Kleine Riesen“, und sie macht deutlich: „Kinder lernen frühzeitig, sich co-alkoholisch zu verhalten und laufen Gefahr, selbst eine Co-Abhängigkeit zu entwickeln.“ Ziel der Fachtagung zum Thema „Co-Abhängigkeit“ ist, auf diese spezielle Problematik hinzuweisen und auf Hilfsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Vorgestellt wird das Beratungskonzept „CRAFT“, das in den USA entwickelt wurde und Angehörigen hilft, die Betroffenen zu einer Therapie zu bewegen und damit ihre eigene Situation zu verbessern. Als Referent und Diskussionspartner zu diesem Beratungskonzept wird Diplom-Psychologe Christian Müller von der Uni Lübeck erwartet. Folgende Fragen werden zudem eingehender betrachtet: Wie wirken sich Suchtkrankheiten auf die Situation und die Dynamik in der Familie aus? Welche Konzepte und Methoden für die Arbeit mit Angehörigen in der Suchthilfe gibt es? Wie arbeitet das CRAFT-Konzept? Wie hilft Selbsthilfe? Die Fachtagung findet von 14 bis 19 Uhr im Heimathaus statt. Anmeldungen werden in der ATS-Suchtberatungsstelle unter 04122/960040 entgegengenommen. Die Teilnahmekosten betragen 15 Euro inklusive Imbiss. Referate/ Diskussion/ Workshops : 14 Uhr: Eröffnung und Grußworte von Bürgermeister Roland Krügel und Bodo Haßler, Leiter der ATS; 14.30 Uhr: Referat zur Angehörigenarbeit (Andreas Janke, ATS Tornesch); 15 Uhr: Erfahrungsbericht einer Betroffenen; 16 Uhr: Grußwort der stellvertretenden Kreispräsidentin Martina Kaddatz; Referat und Diskussion zum Beratungskonzept „CRAFT“ (Familientraining auf der Basis sozialer Netzverstärkung) mit Diplom-Psychologe Christian Müller, Uni Lübeck; 17.30 Uhr: Workshops zu (1) Einführung in die praktische Arbeit von „CRAFT“ mit Christian Müller; (2) Elternarbeit – von der diffusen zur konsequenten Intervention mit Ronja Plew, Leiterin des Projektes „Kleine Riesen“; (3) Bedeutung der Selbsthilfe für Angehörige mit Andreas Janke, ATS Tornesch

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erstellt am 09.Nov.2011 | 21:15 Uhr

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