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Uetersener Nachrichten

23. August 2017 | 01:13 Uhr

Reaktionen : Zwischen Lob und Langeweile

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Sozialdemokraten kehrten der Vorstellung der Bürgermeisterkandidaten nicht völlig den Rücken zu. Zwar blieben der SPD-Fraktionsvorsitzende Ingo Struve und seine Parteigenossin Bürgermeisterin Andreas Hansen der Veranstaltung fern. Doch im Publikum saßen mehrere Mitglieder der SPD-Fraktion.

Rolf Brüggmann sagte gestern: „Ich habe jeden auf die Veranstaltung hingewiesen. Dann kann ich nicht selbst nicht hingehen.“ Hansens Wahlkampfleiter Dieter Schipler berichtete, dass er sich gern informieren und sehen wollte, wer dem NPD-nahen Kandidaten zujubelt.

Beide Genossen halten den Abend für gelungen. „Zumindest zwei Kandidaten haben sich gut dargestellt. Der andere war etwas wirr“, befand Brüggmann. Schipler freute sich über die große Zahl an Besuchern. „Es wurde diszipliniert diskutiert. Der Herr von rechts außen hat wohl Kreide gefressen, aber das ist besser, als wenn er Krawall gemacht hätte“, sagte er. Inhaltlich empfand er die Aussagen der Kandidaten allerdings als dünn: „Das waren alles so wage Andeutungen. Jeder hätte gesagt: Ich will mehr Gewerbetreibende ansiedeln.“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Stief freute sich, dass alle Altersgruppen vertreten waren. Er hielt fest: „Ich möchte mich für die SPD und Andrea Hansen bei all denen entschuldigen, die aufgrund der völlig unberechtigten Panikmache der Veranstaltung ferngeblieben sind.“ Der Abend sei sehr gelungen. Es sei ein Unterschied, die Ziele der Kandidaten zu lesen oder aus ihrem Mund zu hören. „Ich glaube, dass wir mit der Veranstaltung der Demokratie und Uetersen einen Gefallen getan haben“, sagte er. Hansens Absage empfinde er als Armutszeugnis.

Sabine Lankau, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bürger für Bürger (BfB) Uetersen, sieht Hansen in der Pflicht zur Teilnahme: „Als Bürgermeisterin ist sie die Ordnungsbehörde“, betonte Lankau. Zudem sei es schade, dass Hansen nicht die Chance zur Vorstellung ergriffen habe. Erfreulich sei, dass trotz aller Bedenken fast 300 Bürger teilnahmen und der Abend friedlich verlief. „Vielen Dank an die Polizei!“, so Lankau.

Sylvia Jacobi, Fraktionsmitglied der Grünen, hatte Ballons in die Mensa mitgebracht, auf denen Hakenkreuze in Mülleimern abgebildet waren. „Ich war damit fast schon die radikalste Linke“, berichtete sie. Der ruhige Diskussionsverlauf überraschte sie. „Es war fast schon langweilig“, sagte sie. Es habe an Motivation gefehlt. Über Kinderbetreuung und Personennahverkehr sei gar nicht gesprochen worden. Bernd Möbius habe sich im Vergleich mit dem erfahrenen Andreas Faust aber gut geschlagen. Möbius sei es noch am ehesten zuzutrauen, gute Ideen zu finden und umzusetzen.

Warum hat Hansen den Abend nicht abgesagt?

Warum hat Bürgermeisterin Andrea Hansen die Kandidatenvorstellung in der Mensa nicht einfach abgesagt? Immerhin wollte sie dem NPD-nahen Kandidaten kein Podium bieten. Allerdings lag die Entscheidung, ob die Veranstaltung stattfinden würde, nicht bei ihr. Das erläuterte Sabine Lankau (BfB) im UeNa-Gespräch. „Es ist ein Beschluss des Hauptausschusses, dass diese Veranstaltung stattfindet“, sagte sie. Die Stadt als Veranstalter musste jeden Kandidaten einladen. Als Alternative hatten die Politiker überlegt, ob die Parteien die Vorstellungsrunde hätten ausrichten sollen. Sie hätten dann frei entscheiden können, wen sie einladen. Aber Dieter Schipler (SPD) berichtete: „Die CDU wollte das nicht.“ Wie berichtete, sagte der Unions-Kandidat Andreas Faust, dass man das politische Spektrum aushalten müsse.

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erstellt am 11.Sep.2014 | 20:31 Uhr

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