Innovation : Zweite Großbaustelle für Hetlingen

Der Neubau des Vattenfall-Kraftwerks in Wedel wird auch Auswirkung auf die Nachbarkommune Hetlingen haben. Ob der Gemeinde etwas bekannt sei, dass eine Gasleitung durchs Dorf gebaut werden sollte, wollte Anke Gröne während der Einwohnerfragestunde der jüngsten Gemeindevertretersitzung von Bürgermeisterin Barbara Ostmeier wissen.

shz.de von
03. Oktober 2012, 19:19 Uhr

An einem Infostand von Vattenfall in der Wedeler Fußgängerzone hat sie erfahren, dass das neue Kraftwerk mit Gas befeuert werden soll, das über eine neue Leitung vom Elbdüker bei Hetlingen zur Anlage in der Rolandstadt transportiert wird. Der Düker soll zwischen 2013 und 2015 erneuert werden.

Der Elbtunnel beginnt in Hetlingen nahe der Schanze und wird bis Lühesand gebohrt. Am Vattenfall-Stand sei berichtet worden, so Anke Gröne während der Gemeinderatssitzung, dass vom Düker in Hetlingen entlang des Deiches eine Gasleitung nach Wedel gelegt werden solle. „Davon ist mir nichts bekannt“, antwortete die Bürgermeisterin. Der Vorsitzende des Bauausschusses, Matthias Strauch (beide CDU), ergänzte, dass ihm ebenfalls keine Informationen vorliegen.

Dass wollte Michael Rahn, Fraktionssprecher der Freien Wählergemeinschaft, so nicht stehen lassen. Er wies nicht nur auf die aktuelle Berichterstattung über das Vattenfallprojekt hin. Er berichtete auch davon, dass die Freien Wähler im Juni im Zusammenhang mit einer Informationsveranstaltung zum Elbdüker Fragen zum möglichen Bau der Gasleitung nach Wedel gestellt hatten. Antworten gab es damals von Seiten der beiden Düker-Betreiber „Gasunie Deutschland (Hannover) und „Open Grid Europe“ (Essen) allerdings nicht.

Damals hätten sowohl die Bürgermeisterin als auch der Bauausschussvorsitzende Kopien der Mails erhalten, ergänzt Rahn im Gespräch mit den UeNa.

„Wir wollen nicht, dass das Dorf doppelt belastet wird“, so Rahn. Erst werde der Elbdüker aufwendig erneuert, anschließend baue Vattenfall eine Gasleitung von der Schanze nach Wedel. Um die Belastung der Hetlinger zu begrenzen, sollten beide Projekt möglichst zeitgleich angegangen werden, so Rahn.

„Eine neue Gasleitung muss gebaut werden“, erklärt Stefan Kleimeier, Pressesprecher des Energieversorgungsunternehmens in Hamburg. Das liege in der Verantwortung von Vattenfall, allerdings wird die Leitung dann von einem Infrastrukturunternehmen betrieben. Fest steht, so Kleimeyer, dass die Leitung von Hetlingen nach Wedel verlaufen soll. Noch nicht klar ist die Streckenführung. Der Pressesprecher versichert, dass bei den Planungen alle rechtliche Vorgaben, insbesondere die naturschutzrechtlichen Bedingungen beachtet werden.

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