Beteiligungsverfahren : Zweite Chance für die Windkraft?

Im ersten Anlauf sind die Marschmer gescheitert, doch sie wollen einen zweiten Versuch wagen. Neue Eignungsflächen für Windräder sind nach Kiel gemeldet worden. Die Gemeindevertretungen von Haseldorf, Hetlingen und Haselau halten an ihrem Wunsch fest, ihren Teil zur Energiewende beizutragen.

shz.de von
10. Juli 2012, 21:31 Uhr

In einem ersten Öffentlichkeits- und Beteiligungsverfahren hatten die Politiker drei Flächen nach Kiel gemeldet. Aus naturschutzrechtlichen Be-langen seien die Gebiete abgelehnt worden, erklärt Haselaus Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU). Die Flächen in der Haseldorfer Marsch seien in dem Regionalplan von 1998 als Regionaler Grünzug ausgewiesen.

Die Politiker aus den drei H-Dörfern könnten jedoch von dem Innteresse der Schleswig-Holstein Kommunalpolitiker profitieren, die Energiewende auch in ihrem Dorf oder ihren Städten umzusetzen. Angesichts der Flut von Anträgen – 2000 Stellungnahmen gingen in Kiel ein, 600 davon waren ablehnend, 950 beschäftigen sich mit Flächenwünschen – hatte der damalige Innenminister Klaus Schlie (CDU) ein zweites Öffentlichkeits- und Beteiligungsverfahren gestartet. Das endet übrigens am heutigen Mittwoch. Der Haselauer Bürgermeister analysierte das Ablehungsschreiben und fand möglicherweise eine Lücke. Aus seiner Sicht stellen die zahlreichen Hochspannungsmasten in der Marsch Ausnahmetatbestände dar. Natürlich müssen die Abstände zur Bebauung sowie zu den Trassen eingehalten werden. 110 Hektar, begrenzt von Grüner Deich, Hetlinger Deich und Altenfeldsdeich sowie Stromleitungen könnten nach der Idee des Christdemokraten ausgewiesen werden. Mit diesem Vorschlag sind die Marschmer in die zweite Anhörungsrunde gegangen.

Die Haselauer Politiker umtrieb während ihrer Sitzung noch eine andere Sorge. Waren sie beim ersten Plan noch mit einem Gebiet dabei, so befinden sich die Flächen nun allein auf Haseldorfer und Hetlinger Gemeindegebiet. Sie hoffen, dass die Gemeindevertreter aus den beiden Dörfern die Windkraft als Gemeinschaftsprojekt betrachten, sprich die Haselauer pekuniär beteiligen. Deutliche Steuersenkungen wären dann aus ihrer Sicht möglich. Zwei Einschränkungen machten die Politiker in den Dorfparlamenten. Gibt es ein Okay aus Kiel, sollen die Anlagen nur errichtet werden, wenn es keinen Gegenwind von den Marschmern gibt. Außerdem möchten sie einen Bürger-Windpark schaffen. Dann würden Menschen aus der Region Anteile kaufen – und später den Gewinn ihres Investments einstreichen. www.wind-sh.de

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