Kampfabstimmung : Zweite Bürgermeisterin für Hetlingen

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In einer Kampfabstimmung – allerdings ohne überraschenden Ausgang – ist das Amt des Hetlinger Bürgermeisters vergeben worden. Mit sieben zu fünf Stimmen konnte sich die CDU-Gemeindevertreterin Monika Riekhof gegen den von der Freien Wahlgemeinschaft Hetlingen nominierten ersten stellvertretenden Bürgermeister Michael Rahn durchsetzen. Dieses Ergebnis in geheimer Abstimmung legt die Vermutung nah, dass alle Politiker den Kandidaten ihrer Fraktion wählten.

shz.de von
20. Juni 2014, 20:04 Uhr

Als „historisch“ bezeichnete der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexandré Thomßen den Tagungsordnungspunkt, gerade mal ein Jahr nachdem Barbara Ostmeier am Beginn der Wahlperiode zur Bürgermeisterin gewählt worden war. Ihr Rücktritt werde „akzeptiert und respektiert“. Seine Fraktion hätte „mehrere Optionen“ gehabt. Die beiden Faktoren „Zeit“ sowie „Engagement und Herzblut“ seien entscheidend gewesen, begründete Thomßen die CDU-Nominierung.

„Mit Eurem Vorschlag wird unserer Auffassung nach der Wählerwille der Hetlinger nicht berücksichtigt“, erklärte Renate Springer-König im Namen der FW-Fraktion. Die Mehrheit hätte vor einem Jahr Barbara Ostmeier und Michael Rahn gern als Bürgermeister sehen wollen. Die beiden hatten damals die meisten Direktstimmen erhalten, der Herausforderer sogar mehr als die Amtsinhaberin.

Monika Riekhof holte bei dem Urnengang das schlechteste Ergebnis aller 13 in die Gemeindevertretung gewählten Politiker. „Wir meinen, dass unser Wählerauftrag lautet, Michael Rahn zum Bürgermeister zu machen“, führte Renate Springer-König aus. „Eine Abstimmung über zwei Kandidaten gehört durchaus zum demokratischen System.“ Nach der erfolgten Wahl dankte die neue Bürgermeisterin ihrer Fraktion, dass sie sie vorgeschlagen hat. Mit ganz viel Fleiß und Willen wolle sie die neue Aufgabe angehen, erklärte Monika Riekhof. Sie freue sich auf die Zusammenarbeit „mit euch allen.“ Bei den Vorbereitungen der 775-Jahr-Feier habe man gezeigt, „wir können es auch zusammen“, sagte Monika Riekhof.

Rahn erklärte vor dem Eintritt in die Tagesordnung, dass die zurückgetretene Bürgermeisterin den Wunsch geäußert hatte, nicht im Rahmen dieser Sitzung offiziell verabschiedet zu werden. Für Barbara Ostmeier rückte Sonja Wehner in die Gemeindevertretung nach.

„Vernünftiger miteinander umgehen“

Etwa 50 Bürger, unter ihnen der amtierenden Haseldorfer Amtsvorsteher Gunter Küchler, waren zu der Bürgermeisterwahl in die Gaststätte „Op de Deel“ gekommen. In der Einwohnerfragestunde hatte der engagierte Hetlinger Hans Unruh seine Wünsche an die neue Gemeindevertretung formuliert und dafür kräftigen Applaus bekommen.

„Wir haben euch gewählt, nicht damit ihr euch die Köppe einschlagt“, sagte er. Die Politiker sollten ein „bisschen vernünftiger miteinander umgehen.“

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