Handball : Zweimal im Pech

Die mit Hin- und Rückfahrt fast 300 Kilometer lange Reise zum Oberliga-Spiel beim Bredstedter TSV hätte sich die 1. weibliche B-Jugend des TuS Esingen, nachträglich betrachtet, besser erspart.

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08. Februar 2013, 18:42 Uhr

Zunächst lief es aus sportlicher Sicht gar nicht schlecht: Die Abwehr der Esingerinnen war gut strukturiert, aber im Angriff gab es zu viele technische Fehler. Nach 20 Minuten schwangen sich dann in der Harald-Nommensen-Halle die Schiedsrichter zu den Hauptdarstellern auf: Als TuS-Spielerin Svea Geist bei einem Tempogegenstoß kurz hinter der Mittellinie von der BTSV-„Feldtorhüterin“ gefoult wurde und sich verletzte, berieten sich die Schiedsrichter mit dem Bredstedter Coach. Dann ließen sie die klare Rote Karte stecken und entschieden stattdessen auf eine Zwei-Minuten-Strafe gegen die Keeperin sowie einen Siebenmeter für Esingen.

Als TuS-Trainer Stephan Schumacher vorsichtig nachfragte, warum es die Absprache gegeben habe, entgegneten die Referees, er solle sich nicht in ihr Gespräch mit dem Schiedsgericht (!) einmischen, und verhängten eine Zeitstrafe gegen die Esinger Bank. Dadurch kam Hektik auf, aber die TuS-Mädchen retteten ein 8:9 in die Halbzeitpause. Im zweiten Durchgang verhängten die „Unparteiischen“ dann gleich acht Siebenmeter sowie acht Zeitstrafen gegen die Esingerinnen und Schumacher sah glatt „Rot“. Trotz permanenter Unterzahl verloren die TuS-Mädchen, die spielerisch deutliche Vorteile hatten, nur knapp mit 19:22 – und fühlten sich zu Recht verpfiffen. Selbst der BTSV-Coach sagte: „Heute konntet ihr nicht gewinnen ...“

Weiter ging es für die Esingerinnen mit einem Heimspiel gegen die HSG Kremperheide/Münsterdorf, der sie im Hinspiel knapp mit 20:23 unterlegen waren. Nun führten die TuS-Mädchen nach einem konzentrierten Beginn schnell mit 2:0, ehe die Gäste zum 3:3 ausglichen. Doch durch eine sehr starke Abwehrleistung erarbeiteten sich die Esingerinnen dann Schritt für Schritt eine deutliche 11:6-Führung zur Halbzeit. Bis zur 37. Minute verteidigten sie diesen Vorsprung gut, ehe die Kraft und die Konzentration nachließen. Viele technische Fehler und einige Zeitstrafen auf Esinger Seite bauten die HSG-Mädchen wieder auf. Die Gäste kamen durch fünf Siebenmeter im zweiten Durchgang sowie einige Tempogegenstöße zurück ins Spiel. Auch, weil die Gastgeberinnen einige klare Chancen vergaben, führte plötzlich Kremperheide/ Münsterdorf in der vorletzten Minute mit 21:20.

Dann starteten die TuS-Mädchen ihren letzten Angriff: Zehn Sekunden vor dem Ertönen der Schlusssirene nahm sich Geist ein Herz und warf aus dem Rückraum aufs Tor. Der Ball landete am Pfosten – Nane Hauschildt stand zur richtigen Zeit am richtigen Ort, nahm den Abpraller auf, glich zum 21:21-Endstand aus und rettete den TuS-Mädchen damit zumindest einen Punkt.

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