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Straßenraub und Einbruchserie aufgeklärt : Zwei „dicke Fische“ sind der Polizei ins Netz gegangen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Polizei ist es nach umfangreichen Ermittlungen gelungen, drei Heranwachsende festzunehmen, denen mehrere Raubüberfälle zur Last gelegt werden. Die beiden Uetersener (18 und 19) und der aus Borstel-Hohenraden Stammende wurden überführt, am 7. August einen Raubüberfall in Pinneberg verübt zu haben. In diesem Zusammenhang ist eine ganze Raubserie vor allem in Hamburg aufgeflogen. Das Trio muss sich zudem für andere Straftaten verantworten.

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2013 | 19:03 Uhr

Bei der Tat in Pinneberg war ein 19-jähriger Norderstedter mit einem Messer bedroht worden. Er musste Bargeld und ein Handy herausgeben. Über das „soziale Netzwerk“ Facebook erkannte der 19-Jährige später einen der Täter und teilte dies der Polizei mit. Den 19-jährigen Uetersener sowie den zweiten Täter, einen 18-jährigen Uetersener, hatten die Beamten bereits wegen anderer Straftaten im Fokus. Auch ein dritter Tatbeteiligter, ein 19-Jähriger aus Borstel-Hohenraden, konnte ermittelt und vorläufig festgenommen werden.

Bei Durchsuchungen der Wohnungen der beiden Uetersener wurden Beweismittel, unter anderem ein geraubtes Mobiltelefon und Tatkleidung aus anderen Straftaten, gefunden. Bei ihren Vernehmungen gestanden die Heranwachsenden die Tat, bei der der 19-Jährige geschädigt wurde. Darüber hinaus wurde deutlich, dass sie für weitere schwere Straftaten im vergangenen Frühjahr und Sommer verantwortlich sein dürften. Die Mehrzahl der Taten haben die zwei gemeinschaftlich verübt, einige wie die Tat in Pinneberg auch mit weiteren Übeltätern. Die Frequenz, mit der die Uetersener Straftaten verübten, nahm in den vergangenen Wochen offenbar immer mehr zu.

Meist waren sie mit dem Auto des 19-Jährigen am Tatort, bedrohten ihre Zufallsopfer mit einem Messer und schlugen zum Teil auch auf sie ein. Die geraubten Gegenstände wie hochwertige Mobiltelefone, Fernseher und Spielkonsolen verkauften sie, um sich davon Genussmittel und auch Cannabis zu besorgen.

Noch am vergangenen Freitag wurden die beiden Beschuldigten auf Antrag der Staatsanwaltschaft Itzehoe dem Haftrichter in Itzehoe wegen bestehender Wiederholungsgefahr vorgeführt. Dieser beschloss, die Heranwachsenden der Jugendanstalt Schleswig zuführen zu lassen.

Aufgrund von Geständnissen konnten schon jetzt weitere Taten aufgeklärt werden: ein schwerer Raub vom 11. April in Hamburg-Iserbrook, eine weitere Tat am 8. Juni in Hamburg-Alsterdorf sowie ein Raub in Hamburg-Borgfelde am 14. August.

Die Tat in Hamburg-Iserbrook verübte der 18-Jährige seinen Angaben nach mit einem 18-jährigen Wedeler, mit dem er auch schon einen Einbruch begangen haben will. Bei der Tat in Hamburg-Alsterdorf waren die Uetersener mit zwei Hamburger Freunden auf Tour. Obwohl er keinen Führerschein mehr besaß, fuhr der 19-Jährige mit den anderen durch Hamburg. Dort raubten sie zwei zufällig vorbeilaufende Jugendliche aus. Als Grund für die Straftaten gaben die Beschuldigten gegenüber der Polizei finanzielle Probleme an. Die Beamten der Ermittlungsgruppe Jugend der Kriminalpolizei Pinneberg prüfen nun Zusammenhänge zu mindestens drei weiteren eingeräumten Raubtaten in verschiedenen Hamburger Stadtteilen.

Auch für Diebstahlstaten und Einbrüche in insgesamt vier Restaurants im Kreisgebiet und Segeberg dürften die Täter, zum Teil mit ihren „Kumpels“ verantwortlich sein. Die Ermittlungen dazu dauern noch an.

Da bei einzelnen Taten den Opfern mit Repressalien gedroht wurde, falls diese sich an die Polizei wenden würden, besteht die Möglichkeit, dass die Opfer bislang von einer Anzeige absahen.

Die Kriminalpolizei rät in jedem Fall, sich als Opfer einer Straftat vertrauensvoll an die Polizei zu wenden, da die Täter nur so strafrechtlich belangt werden können. Aufgesucht werden kann dafür jede Polizeidienststelle.

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