zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 15:56 Uhr

Breitband : Zweckverband ist startklar

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, es fehlt noch das Okay aus Kiel: „Wir warten auf einen Termin bei der Kommunalaufsicht“, so der Heistmer Bürgermeister Jürgen Neumann (CDU). Dort sollen die Pläne für die Gründung eines Zweckverbandes abschließend diskutiert werden, mit denen schnelle Telekommunikationsverbindungen mittels Breitband in den Dörfern hergestellt werden können.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2013 | 20:09 Uhr

Zum 1. Januar 2014 möchte er starten. Vom Gespräch in Kiel hängt ab, ob dieser Termin gehalten werden kann. Neumann ist designierter Vorsteher des zu gründenden Zweckverbandes. Mit seinem beruflichen Hintergrund bei diversen Versorgungsunternehmen in Schleswig-Holstein ist er der ideale Mann für diesen Job. Die Gemeinden Holm, Heist, Hasloh und Lentföhrden sind Gründungsmitglieder des Zweckverbandes. Dort hat die „azv Südholstein Breitband GmbH“ bereits Glasfaser verlegt.

Ein langer Prozess liegt hinter dem Politiker. Waren anfangs alle Mitglieder der Verbandsversammlung des Abwasser-Zweckverbandes mit den Breitband-Aktivitäten einverstanden, so bildete sich später Widerstand in den Städten. In Elmshorn, Quickborn und Barmstedt entfalten die Stadtwerke eigene Telekommunikationsaktivitäten. „Da hat man wohl gesehen, dass das ein schwieriges Geschäft ist und Risiken birgt“, vermutet Neumann. Dass das Modell funktioniert, ist in Holm demonstriert worden. Dort sind mittlerweile mehr als 80 Prozent der Haushalte azv-Kunden.

Mit juristischen Mitteln verbot Quickborn im vergangenen Jahr dem AZV weitere Breitband-Aktivitäten. Das Argument: Per Satzung ist das Kommunalunternehmen auf die Entsorgung von Schmutzwasser festgelegt. Entwickelt der Verband andere Aktivitäten, etwa im Breitbandbereich, würde dies gegen die Satzung verstoßen und man sich strafbar machen. Erst war geplant, die azv Breitband GmbH mit in den zu gründenden Zweckverband aufzunehmen. Das ist mit der Klageandrohung eines von Quickborn beauftragten Anwaltes vom Tisch. Nun wird der Zweckverband das in den vier Dörfern vorhandene Breitbandnetz vom azv übernehmen. Zu welchem Preis, das muss noch geklärt werden. Neumann ist sich sicher, dass die Fachleute die richtige Lösung finden.

Nach der Gründung des Zweckverbandes können weitere Kommunen beitreten. Elf Gemeinden haben bereits ihre Absicht erklärt. Nach dem „Windhundverfahren“, so Neumann, werde entschieden, wer wann mit einem Anschluss rechnen kann.

So sehr in den Dörfern die Säuernis über das Vorgehen der Städte groß ist, setzt Neumann doch auf den Dialog. „Wir müssen schnacken“, steht für ihn fest. Dass gilt nicht nur für den Umgang mit den Kritikern in der AZV-Verbandsversammlung, sondern auch für die Spitze von Abwasser-Zweckverband und Breitband GmbH.

Amt Moorrege kümmert sich um Zweckverband

Die Verwaltung des Breitband-Zweckverbandes ist von den vier Gründergemeinden vorerst in die Hände des Amtes Moorrege gelegt worden. Der Leitende Verwaltungsbeamte Rainer Jürgensen verfügt aus seiner Zeit im Amt Breitenfelde über reichlich Erfahrung in diesem Bereich und Amtsmitarbeiter Frank Wulff ist Experte in Sachen Telekommunikation. In der Moorreger Behörde hatte einst die Breitbandinitiative ihren Ausgang genommen.

Dem designierten Vorsteher Jürgen Neumann schwebt nach der Gründung des Zweckverbandes eine Struktur ähnlich der des Wasserbeschaffungsverbandes Haseldorfer Marsch vor.

Neben der ehrenamtlichen politischen Führung durch die Verbandsversammlung gibt es dort eine Geschäftsführung. Neumann geht davon aus, dass ferner gewisse Dienstleistungen vom Abwasser-Zweckverband eingekauft werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert