Konstituierende Sitzung : Zweckverband Breitband gegründet

Die Abkoppelung der Telekommunikationssparte vom „Mutterschiff“ Abwasser-Zweckverband Südholstein kann beginnen. Der am Freitag neu gegründete Zweckverband Breitband Südholstein ist eine eigenständige Organisation, zuständig für den Ausbau des schnellen Internets in den ländlichen Regionen der Kreise Pinneberg und Segeberg.

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09. März 2014, 18:07 Uhr

Gerade mal eine Stunde dauerte die konstituierende Sitzung der Verbandsversammlung im Holmer Gemeindehaus. Dann war der Vorstand des neuen Zweckverbandes gewählt, die Satzung verabschiedet. „Wir starten mit einem Rumpfhaushalt und einem Kapital von 80 000 Euro“, sagte der frisch als Ehrenbeamter vereidigte Verbandsvorsteher Jürgen Neumann, Bürgermeister der Gemeinde Heist.

In der Verbandsversammlung sind bisher nur die Gemeinden Holm, Heist, Hasloh und Lentföhrden vertreten. In diesen vier Orten ist der Ausbau des Glasfasernetzes zum Teil weit fortgeschritten. In Heist und Hasloh wurde der Netzausbau vorerst gestoppt, weil der Abwasser-Zweckverband auf Geheiß der Kommunalaufsicht sein Engagement im Telekommunikationsbereich beenden musste. In Holm und Lentföhrden haben mehr als 80 Prozent der Haushalte und Unternehmen bereits eine rasante Internetverbindung von garantierten 50 Megabits pro Sekunde für Up- und Download. Sie sind Kunden der Breitband GmbH, einer hundertprozentigen Tochter des Abwasser-Zweckverbandes.

Ob jetzt der Zweckverband Breitband Südholstein einfach die bestehende Breitband GmbH übernimmt oder eine eigene GmbH gründet, ist noch ungewiss. Ebenso unklar ist die Finanzierung der bevorstehenden Großaufgabe des Ausbaus eines flächendeckenden Glasfasernetzes in den ländlichen Regionen, den die Bundesregierung eigentlich bis 2018 abschließen will.

„Wir haben eine Plattform. Jetzt muss ein Konstrukt gefunden werden, welches das finanzielle Risiko in Grenzen hält“, sagte Haslohs Bürgermeister Bernhard Brummund. „Das hätte vor fünf Jahren passieren müssen. Stattdessen haben wir herumgehühnert und uns blutige Nasen geholt.“

Wird nach dem bisherigen Zuständigkeitschaos jetzt alles gut? „Es hat keinen Sinn, zu sagen, der Zweckverband ist gegründet, ab morgen wird alles völlig anders“, dämpfte Verbandsvorsteher Jürgen Neumann die Erwartungen.

Der Heistmer Finanzausschussvorsitzende Jörg Behrmann: „Wir stehen bei den Gemeinden und Bürgern im Wort.“ Jürgen Neumann rechnet mit einem Run auf die Mitgliedschaft im Zweckverband. 15 Kommunen haben bereits ihr Interesse bekundet.

Sie sollen die Aufgabe Netzausbau stemmen

Der Ausbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes ist eine Zukunftsaufgabe. Der Zweckverband Breitband Südholstein, der dies in unserer Region leisten soll, besteht aktuell aus jeweils zwei Vertretern der Gemeinden Holm, Heist, Hasloh und Lentföhrden. Der Verbandsversammlung gehören Vorsteher Jürgen Neumann (Heist), seine Stellvertreter Gunnar Schacht (Hasloh) und Walter Rißler (Holm) sowie Jörg Behrmann (Heist), Bernhard Brummund (Hasloh), Uwe Hüttner (Holm), Bernd Specht und Ulrich Krause (Lentföhrden) als weitere Mitglieder an.

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