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Uetersener Nachrichten

18. Oktober 2017 | 11:48 Uhr

Pinneberg Museum : Zuwachs für Sivers-Sammlung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das Pinneberg Museum baut die Clara von Sivers-Sammlung mit Hilfe der Fielmann AG weiter aus. Nachdem das Unternehmen dem Museum bereits vor einem Jahr ein Gemälde der Künstlerin schenkte, konnten jetzt mit seiner Hilfe weitere Objekte erworben werden, darunter eine Sammlung von Monatszeitschriften, die Clara von Sivers herausgegeben hat. „Die Neuerwerbungen geben einen spannenden Einblick in das Leben der Künstlerin und ihre vielseitigen künstlerischen Neigungen“, sagte Museumsleiterin Ina Duggen-Below gestern bei der Präsentation. Ein weiterer Mosaikstein auf der Suche nach Spuren der Künstlerin.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2015 | 20:50 Uhr

Fest steht, dass Clara von Sivers 1854 als Tochter eines Bauinspektors in Pinneberg geboren wurde, sich bereits als Teenager leidenschaftlich für Kunst interessierte und Malerei in Kopenhagen, Lyon, Paris und Stuttgart studierte. Später heiratete sie einen Marineoffizier und bekam mit ihm einen Sohn. Ob es heute noch Nachfahren gibt, ist nicht bekannt. „Wir suchen“, sagte Ina Duggen-Below. Nach zahlreichen Auslandsaufenthalten ließ sie sich schließlich in Berlin nieder, allerdings allein, denn ihr Mann, starb offensichtlich früh.

Hier gründete sie eine Damenakademie, an der Frauen kunsthandwerkliche Kurse belegen konnten. Und sie gab die auch für heutige Verhältnisse aufwändig gestaltete illustrierte Monatszeitschrift „Kunstgewerbe für’s Haus“ heraus, mit der sie ihren Lebensunterhalt verdiente. Dieser Vorläufer von „Schöner Wohnen“, wie Ina Duggen-Below die Zeitschrift bezeichnete, richtete sich an die Damen der bürgerlichen Gesellschaft um 1900. „Damals war es schick, die Dekoration für das Haus selber zu machen“, so Duggen-Below.

Für zwei Mark bekamen die Frauen Tipps, Anregungen und Schnittmuster. Themen waren etwa die Gestaltung eines Fächers, Intarsien oder Schönes aus Metall. „Sie führte ein selbstständiges und durchaus emanzipiertes Leben“, so die Pinneberger Museumsleiterin. Nach dem Ankauf verfügt ihr Haus nun über die gesamten Ausgaben aus der Zeit von 1907 bis 1913, außerdem zahlreiche Postkarten mit den für Clara von Sivers typischen Blumen- und Früchtestillleben.

Eines Tages soll es eine Ausstellung mit Exponaten aus der Sammlung geben. Einen Zeitpunkt habe sie noch nicht im Kopf, aber bis dahin wolle sie mehr wissen über die Künstlerin, die 1924 in Berlin starb, so Duggen-Below.

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