Brandbrief : Zusätzliche Zughalte in Tornesch: Roland Krügel macht Druck in Kiel

Der Minister betont laut Krügel, dass für den Bereich ab Elmshorn speziell die Nordbahn mit hoher Frequenz die Anbindung an Hamburg sicherstelle.

Der Minister betont laut Krügel, dass für den Bereich ab Elmshorn speziell die Nordbahn mit hoher Frequenz die Anbindung an Hamburg sicherstelle.

Torneschs Bürgermeister schreibt wegen des Bahnchaos einen Brandbrief an den Minister − der betont den Status quo.

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13. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Tornesch | Züge, die kurzfristig ausfallen, überfüllte Waggons und eine schlechte Informationspolitik der Verkehrsunternehmen: Die Bahnpendler in der Region, die den Bahnhof Tornesch nutzen, wurden in den vergangenen Wochen auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Insbesondere während der Gleisbauarbeiten im Elmshorner Bahnhof ging in Tornesch häufig nichts mehr. Zahlreiche Pendler haben ihrem Frust mit Mails und Schreiben, unter anderem an das Nahverkehrsunternehmen Nah.SH, Luft gemacht. Bürgermeister Roland Krügel (CDU) hatte sich daraufhin bereits Mitte November mit einem Hilferuf an den Kieler Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) gewandt. Verbunden mit der klaren Aufforderung, die Situation zu verbessern. Die Antwort des Ministers liegt nun vor − und dürfte bei den Pendlern für Ernüchterung sorgen.

Denn die Regionalexpress-Züge werden auch weiterhin ohne Halt am Tornescher Bahnhof vorbeifahren. Das geht aus dem Schreiben des Ministers hervor, das Krügel nach eigenen Angaben am vergangenen Wochenende erreicht hat, und aus dem er während der Sitzung des Hauptausschusses am Montagabend zitierte. „Ein Halt der derzeit durchfahrenden Züge in Tornesch ist weiterhin nicht vorgesehen“, heißt es darin. Und weiter: „Die RE-Verkehre von Westerland, Flensburg und Kiel dienen der schnellen Anbindung der weit von Hamburg entfernten Landesteile, sie sind von den Kapazitäten auf diese laufenden Verkehre optimiert und halten daher nicht südlich von Elmshorn.“ Der Minister betont laut Krügel, dass für den Bereich ab Elmshorn speziell die Nordbahn mit hoher Frequenz die Anbindung an Hamburg sicherstelle.

„Der Minister glaubt also, wir sind hier gut versorgt“, bilanzierte Krügel, nur um gleich zu betonen, dass er diese Meinung weiterhin keinesfalls teilt. In seinem Schreiben an Buchholz hatte Krügel von „schier unerträglichen Zuständen“ gesprochen. Und erneut die Frage aufgeworfen, warum nicht alle Züge, die in Elmshorn stoppen, auch in Tornesch und Pinneberg halten? Argumente dafür gibt es laut Krügel genügend. „Wir haben stetig wachsende Einwohnerzahlen, unsere Gewerbegebiete ‚laufen über‘, große internationale Unternehmen investieren Millionen in den Standort − nur die Landesregierung lässt die Züge an Tornesch vorbeirollen“, schreibt Krügel.

Zufriedengeben will sich der Verwaltungschef mit der Antwort aus Kiel jedenfalls nicht. Am Mittwoch hat Krügel einen Termin bei Minister Buchholz, dem er die Probleme der Region nochmals persönlich vorbringen möchte.

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