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Ukrainische Kinderkrebshilfe : Zur Erholung nach Appen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Arbeit von Eberhardine Seelig und der von ihr ins Leben gerufenen Ukrainischen Kinderkrebshilfe wirkt nach, konnte die Neumünsteranerin bei einem Besuch auf dem Appener Almthof berichten. Von drei früheren Teilnehmern der Erholungsreisen nach Schleswig-Holstein habe sie Post bekommen. „Aus den Kindern sind Erwachsene geworden“, berichtet sie. Allen gehe es gut, zwei hätten angefangen, Medizin zu studieren. Und im vergangenen Jahr konnte einem jungen Mann mithilfe der Organisation das Einsetzen von zwei Hüftgelenksprothesen finanziert werden. Als Nebenwirkungen der Chemotherapien waren die Knochen so angegriffen, dass nur eine OP helfen konnte. „Mit dem Dankesbrief haben wir auch Fotos von ihm und einer jungen Frau bekommen“, berichtet Eberhardine Seelig. Sie habe er in der Zwischenzeit kennengelernt und geheiratet. „Nach der Krankheit haben viele den Willen, mehr aus ihrem Leben zu machen“, hat Eberhardine Seelig beobachtet.

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erstellt am 09.Jul.2013 | 21:40 Uhr

Denn seit 1992 holt sie mit der Kinderkrebshilfe junge Ukrainer zu einem Reha-Aufenthalt nach Deutschland. Bereits kurz nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gründete Eberhardine Seelig die Organisation. Schwere Leiden haben die 25 Jungen und Mädchen hinter sich gebracht, die sich für einen Nachmittag in Appen vergnügen konnten. Die Sechs- bis 15-Jährigen waren an Leukämie erkrankt, haben Chemo- und Strahlentherapie hinter sich.

Im Vordergrund des vierwöchigen Aufenthaltes steht die Rehabilitation. „Die Kinder haben oft monatelang nur gelegen“, erklärt Eberhardine Seelig. Folglich müssen sie mithilfe von Physiotherapie wieder mobil gemacht werden. Einige sind jahrelang nicht zur Schule gegangen, also wird gelernt. Unter den Begleitern aus der Ukraine befinden sich Übersetzer, Lehrer und Krankenschwestern. Und rund 100 Schleswig-Holsteiner helfen, dass sich die Kinder gut erholen können.

Teil des Urlaubs ist seit vier Jahren ein Besuch in Appen. Erst gibt es Saft und Kuchen auf dem Almthof, dann können die Lütten dort nach Herzenslust spielen sowie sich ein Bild von der Landwirtschaft der Familie Pein machen. Abends geht es ins Bürgerhaus, wo die DRK-Damen eine Stärkung bieten und es kleine Geschenke gibt.

An Bürokratie und Korruption sind bisher alle Versuche gescheitert, in der Ukraine ein Reha-Zentrum für junge Leukämiekranke zu errichten. Viel besser wäre es, so Eberhardine Seelig, wenn die Mädchen und Jungen in ihrer Heimat gesund werden könnten. Allerdings gibt es einen Hoffnungsschimmer, dass es im vierten Anlauf vielleicht klappen könnte. Der Hamburger Generalkonsul habe ihr einen Termin im Gesundheitsministerium in Kiew besorgt, berichtet die agile Helferin. Es soll besprochen werden, wie die Arbeit der Kinderkrebshilfe erleichtert werden kann.

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