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Uetersener Nachrichten

21. Oktober 2017 | 11:37 Uhr

Zum Wohl des Kindes

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Elmshorn. Sogar der Gesetzgeber hat es normiert: Dass zum Wohl des Kindes nicht nur der Umgang mit einem Elternteil notwendig ist, sondern für seine Entwicklung ein Kontakt mit beiden notwendig ist. Nachzulesen im Bürgerlichen Gesetzbuch im Paragrafen 1626 Absatz 3. Oft genug aber geschieht genau dies nicht.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2012 | 21:17 Uhr

Bei einer Trennung der Eltern sind immer wieder die Kinder die Leidtragenden; während ihre Eltern ihren gemeinsamen Krieg führen, ohne zu erkennen, dass für ihre Kinder indes eine Welt zusammenbricht. Hinzu kommt, dass derartige Streitigkeiten über Sorge- und Umgangsrecht oft sehr lange dauern. So werden die Kinder dann zu „Kollateral-Opfern“ im Streit ihrer Eltern. Und selbst wenn dann eines Tages meist ein Gericht einen Beschluss erlässt, der die Rechte von Vater und Mutter regelt, heißt das noch lange nicht, dass dies dann auch so durchgeführt wird. Denn in diesen Fällen geht der eine als Verlierer, der andere als Gewinner aus dem Gerichtssaal. So weiß Harm Behnke, Direktor des Amtgerichts Elmshorn und selbst Familienrichter, dass Regelungen, die von Dritten, etwa dem Gericht, entschieden wurden, Regelungen sind, die eben keine richtigen Vereinbarungen darstellen und daher selten dauerhaften Bestand haben. „Eltern müssen gemeinsame Lösungen erarbeiten“, so Behnke.

Den Eltern hier Hilfestellung zu geben, ist das Ziel des seit Februar 2007 existierenden „Elmshorner Wegs“, eines Kooperations- und Netzwerkverfahrens, in dem sich alle Beteiligten zum Wohl der Kinder auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt haben. Das Verfahren ist in drei Bausteine gegliedert: Zunächst haben Eltern die Möglichkeit, sich an das Jugendamt zu wenden und die dortige Beratung in Anspruch zu nehmen, mit dem Ziel, eine Vereinbarung zu treffen. Sollte dies misslingen, so kann der Gang zum Familiengericht folgen, wo möglichst kurzfristig und unter Vermeidung von langen, zermürbenden Rechtsanwaltskorrespondenzen oder sogar vollständiger Vermeidung von schriftlichen Stellungnahmen erneut versucht wird, eine Einigung zu erzielen.

Fälle, in denen die Probleme tiefer sitzen und fachkundige Hilfe – insbesondere für die Kinder – notwendig erscheint, können spezielle Beratungsstellen in Elmshorn und Uetersen aufsuchen.

Am Ende dieser Beratung, während derer das gerichtliche Verfahren ruht, steht idealerweise eine Lösung, die dem Gericht zugeleitet wird und dort in Form eines Vergleichs das gerichtliche Verfahren abschließen kann.

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